Das Lindenfest kommt zum Hausbesuch

Besondere Zeiten erfordern besondere Ideen. Da das Lindenfest dieses Jahr nicht wie sonst stattfinden kann, hatte der Verein Kulturelle Notlösung eine Notlösung - und die kam gut an.

Niederwürschnitz.

Normalerweise begrüßen die Macher vom Niederwürschnitzer Lindenfest hunderte Besucher auf dem Platz an der Tenne. Doch Corona machte dem Dorfspektakel dieses Jahr einen Strich durch die Rechnung. Also hat sich der Verein Kulturelle Notlösung einfach - weil der Name ist Programm - eine Notlösung ausgedacht: Warum mit dem Lindenfest nicht einfach auf Hausbesuch gehen? Gesagt, getan. Umgesetzt haben die Macher die Idee am Samstagabend als Umzug quer durch Niederwürschnitz - gestartet an der Kita Spatzennest, dann zum Parkplatz an der August-Bebel-Straße. Es folgten Stopps am Sportplatz, am Feuerwehr-Depot und der Wolfsschachtstraße. Ausgeklungen ist der Abend dann an der Tenne.

Ines Böhmer vom Verein war auch dabei - mit weißem Kittel. Als "Desi Resi" ist sie gut ausgestattet gewesen mit allem, was man so braucht zum Einhalten der Hygieneregeln. "Ob Flächen, Hände oder was auch immer zu desinfizieren ist, ich bin gut gerüstet", schmunzelt Böhmer, die immer ein Auge auf die Gäste hatte.

Durch die Straßen gefahren ist die Lindenfest-Crew mit einem Transporter. "Mit dem Schmücken haben wir schon am Freitag angefangen. Auf die Ladefläche haben wir ein Holzgerüst gestellt und das mit Lampions und Lichterketten bunt geschmückt", erklärt Katrin Klenner vom Verein. Damit hat man definitiv für Aufmerksamkeit gesorgt und auch mit der Musik, die aus der Konserve kam. "Wir wollten einfach, dass sich die Nachbarn treffen, Quatschen und dabei etwas trinken können", so Klenner.

Eine alte Zinkbadewanne, die man zufällig noch zur Hand hatte und die auf einer Holzdeichsel am Transporter befestigt war, diente gefüllt mit Eiswürfeln als Kühlschrank für die Getränke. Und selbst eine kleine Palmeninsel, wenn auch nur aufblasbar, sorgte ein klein wenig für Urlaubsflair.

Doch was haben die Niederwürschnitzer dazu gesagt? Holger Wandelt: "Es ist schön, dass in der Zeit jetzt trotzdem etwas Kulturelles angeboten wird. Man muss eben nach alternativen Lösungen suchen und das hat der Verein getan."

Im kommenden Jahr steht übrigens das 20. Lindenfest in Niederwürschnitz an. Dann, so Katrin Klenner, wollen alle wieder ein Open-Air gestalten. Auf der Bühne soll dann, so erste Planungen, eine Irish-Folk-Band stehen.

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