Das Programm für die Ferien steht schon

Auf dem Weg zum Abitur: "Freie Presse" begleitet sechs Schüler der drei Gymnasien im Altkreis von der 5. bis zur 12. Klasse. Wie erleben sie ihre Schulzeit, wie ändern sich ihre Vorstellungen vom Leben, wie meistern sie Herausforderungen? Heute: Enya und Steven vom Evangelisches Gymnasium in Leukersdorf.

Leukersdorf/Chemnitz.

Wieder ist eine Schleife zu Enyas Sammlung hinzugekommen. Es ist die Teilnehmerschleife vom Frühjahrsfest des Reiterhofes in Neukirchen, wo sie jeden Freitag auf ihrer Ponystute Déjà-vu trainiert. An ihrer Begeisterung für Pferde hat sich auch mit dem Wechsel von der Grundschule aufs Gymnasium nichts geändert. Genauso wenig an ihrem Berufswunsch: Sie will Pferdewirt werden. Auch ihr Klassenkamerad Steven, der zu Schuljahresbeginn Arzt als Berufswunsch angab, will noch immer "irgendetwas in der medizinischen Richtung machen".

In diesem Punkt gibt es also nichts Neues bei den beiden Schülern des Evangelischen Gymnasiums Leukersdorf. Aber es gab durchaus auch Veränderungen im Laufe des zu Ende gehenden Schuljahres. So geht Steven seit dem Frühjahr nicht mehr zum Fußballtraining. "Es hat mir nicht mehr so viel Spaß gemacht", sagt er. Außerdem seien die Trainingszeiten nach der Schule nicht mehr richtig zu schaffen gewesen. Aber er möchte schon gern wieder irgendeinen Sport treiben, allerdings habe er noch gar keine Ahnung, welche Sportart die richtige sein könnte. Eine Zeit lang habe er in der Schule bei der AG Jugger mitgemacht, einer Trend-Ballsportart. Aber da habe er sich inzwischen auch wieder abgemeldet. In der großen Pause in der Schule spiele er im Moment auch ohne Verein viel Fußball. Neuerdings interessiert er sich auch für Basketball, zumindest als Zuschauer. Dass er unlängst bei einem Spiel der Chemnitzer Niners einen Klassenkameraden traf, freut ihn besonders. Künftig wollen sich die Beiden öfter bei Niners-Spielen treffen.


Enyas Aufmerksamkeit gehört neben dem Reiten nach wie vor auch Dackel-Mix Maddy, dem sie gern kleine Kunststückchen beibringt. Gern ist sie mit dem Hund auch im Wald unterwegs.

Die Entscheidung, aufs Leukersdorfer Gymnasium zu gehen, haben beide Fünftklässler nicht bereut. Gut gefallen haben beiden Gymnasiasten die drei Kennenlerntage am Geyrischen Teich. "Das war sehr cool", mein Enya, und sowohl sie als auch Steven loben den Zusammenhalt in der Klasse. Die Fahrt mit dem Schulbus funktioniere auch gut, sagen sie. Da der aber erst fährt, wenn die letzten Schüler Schulschluss haben, wird Enya manchmal auch abgeholt - dafür bilden mehrere Eltern eine Fahrgemeinschaft. Wenn die Elfjährige auf den Bus warten muss, verbringt sie die Zeit oft in der Bibliothek der Schule.

Vorm Zeugnis ist beiden nicht bange. Das "passt schon", sagt Steven, in der Halbjahresinformation habe er auch nur Einsen und Zweien gehabt. An der Grundschule sei es zwar schon "wesentlich lockerer gewesen", sagt er, aber Probleme habe er auch jetzt nicht. Auch Enya fällt die Schule leicht. Sie gibt allerdings auch zu, in Biologie die erste Drei ihrer gesamten bisherigen Schulzeit kassiert zu haben - bisher war das aber auch die einzige. "Am ehesten muss ich für Mathe lernen", sagt sie. "Aber dafür mag ich die Lehrerin."

Bei Steven hat ein Lehrer dafür gesorgt, dass ihm das Fach Technik gut gefällt, obwohl er Werken eigentlich nicht mag. "Aber der Lehrer macht das sehr interessant" sagt Steven und holt stolz ein sogenanntes magisches Kreuz aus Holz, das er im Unterricht angefertigt hat.

Zu den Ereignissen an der Schule, die beiden gut in Erinnerung geblieben sind, gehört die Weihnachtsfeier, bei der ihre Klasse für den Kuchenbasar zuständig war. "Da ist richtig viel Geld für die Klassenkasse zusammengekommen", sagt Steven. Mehr als 300 Euro waren es wohl. Und Enya hat an dem Tag die Popcornmaschine bedient.

Das Schuljahr ist fast rum, nun fiebern die beiden Elfjährigen den Sommerferien entgegen. Was steht an? Für Enya beginnt die freie Zeit mit einem Besuch des Kosmonaut-Festivals am Stausee Rabenstein. Dann freut sie sich auf zwei Wochen Familienurlaub in Österreich, später auf eine Woche Reitlager. Außerdem will sie sich mit Freunden treffen, viel mit Maddy rausgehen und "einfach nur chillen".

Auf Steven warten insgesamt zwei Wochen, in denen er nicht daheim ist. Eine Woche wird er bei seinem Vati verbringen, eine Woche mit der Mutti auf Mallorca. Mit der Oma steht auch ein Tag im Leipziger Zoo auf dem Programm. Für die restliche Ferienzeit hat er sich "noch keinen großen Kopf gemacht", sagt er. Sicher werde er aber auch mal Freunde einladen oder bei ihnen übernachten.

Nach den Ferien beginnt das Schuljahr für beide mit zwei neuen Fächern. Neben Physik haben sie dann auch eine zweite Fremdsprache im Stundenplan stehen, zwischen Spanisch und Französisch konnten sie sich entscheiden. Stevens Wahl ist auf Spanisch gefallen. Enya weiß noch nicht, welche Sprache es bei ihr wird, sagt sie. "Ich habe bei beiden ein Kreuz gemacht."

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