"De Tobakstann" hat wieder ein Klavier

Nach knapp zweimonatiger Restaurierung ist das Klavier der Thalheimer Pianofortefabrik Max Kreyssig zurück in der Tabakstanne. Ein passendes Lied für diesen Ort gibt es bereits.

Thalheim.

Mehr musikalische Möglichkeiten in der Tabakstanne zu schaffen, war einer der Wünsche von Andreas Gruner, als er im April dieses Jahres die Leitung des Hauses übernommen hat. Ein wichtiges Etappenziel ist jetzt erreicht: Im "Kleinen Saal" steht nun das Klavier der Thalheimer Pianofortefabrik Max Kreyssig, welches die Stadt Thalheim der Einrichtung Mitte dieses Jahres überlassen hat. Zu diesem Zeitpunkt war das zwischen 1925 und 1930 gebaute Instrument jedoch heruntergewirtschaftet und nicht spielbar. In den vergangenen knapp zwei Monaten ist es für 5000 Euro vom Mülsener Klavierbauer Andreas Sens überholt worden. Das Geld dafür wurde durch eine witzige Spendenaktion zusammengetrommelt: Mit einer Finanzspritze in Höhe von 56,81 Euro konnte man Pate für eine der insgesamt 88 Tasten werden. "Ich war überrascht vom Ansturm, aber den Thalheimern sind Traditionen wirklich wichtig. Immerhin ist das einst in Thalheim produzierte Kreyssig-Klavier genau so ein Wahrzeichen für die Stadt wie Esda", erklärt Gruner. Und so wird zum offiziellen Einweihungskonzert für das Klavier am 10. Februar auch zusammenkommen, was zusammen gehört: Gespielt und gesungen wird bei der nichtöffentlichen Veranstaltung für die Geldgeber unter anderem das Lied "De Tobakstann", in welchem der Thalheimer Mundartdichter Richard Rudolph den markanten Ort "zwischen Tholm und Stollbrig, im Wald drubm of der Höh" preist.

Bis es so weit ist, will das neunköpfige Tabakstannen-Team um Andreas Gruner beginnen, den Kleinen Saal in Eigenleistung deutlich aufzuhübschen. Geplant ist eine Bücherwand, die das Klavier umrahmt. Die DDR-typischen Sprelacart-Wandverkleidung soll mit Gipskartonplatten modernisiert und die Wände gestrichen werden. Im Laufe des kommenden Jahres ist zudem geplant, die Kronleuchter des Raumes durch "seminartaugliches Licht" zu ersetzen und das abgenutzte Parkett zu schleifen. Die Angebote im Haus sollen Dank dieser Maßnahmen vielfältiger werden und das Klavier spielt eine zentrale Rolle. "In letzter Zeit haben sich vor allem die Nachfragen für Familien- und Gemeindefreizeiten erhöht. Künftig wollen wir auch als Standort für Orchester- und Chorprobenlager noch attraktiver werden", so Gruner, der sich davon eine bessere Auslastung erhofft. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass es nächstes Jahr einen Gästezuwachs geben wird. Andreas Gruner: "2018 hatten wir etwa 10.000 Übernachtungen. Bereits jetzt sind etwa ebenso viele Übernachtungen für 2019 gebucht. Es gab aber auch schon Jahre mit bis zu 12.500 Übernachtungen. Da wollen wir wieder hin."

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