Dem Vereinschef ist um die Zukunft nicht bange

Bei den Burkhardtsdorfer Kaninchenzüchtern wurde mit einer Jungtierschau ein Jubiläum gefeiert. Auch junge Leute finden heute Gefallen am Hobby.

Burkhardtsdorf.

Der Kaninchenzüchterverein S46 Burkhardtsdorf hat am Wochenende sein 110-jähriges Bestehen gefeiert. Im Rahmen der kreisoffenen Jungtierschau am Gartenverein "Schöne Aussicht" wurden neben Pokalen für die besten Tiere auch Wimpel zur Erinnerung vergeben. Zu sehen waren 114 Kaninchen in 20 verschiedenen Rassen und 25 Farbschlägen von 22 Ausstellern aus acht Vereinen, 14 Mal sind Höchstnoten vergeben worden.

Gegründet wurde der Verein 1909 mit fünf Mitgliedern. "Zu besten Zeiten waren um die 120 Züchter aktiv. Und immer sind auch die Frauen in die Vereinsarbeit mit involviert gewesen", weiß Jens Ulbrich, Vorsitzender des Vereines. Hauptziel war eine gute Zusammenarbeit und Unterstützung zwischen den Züchtern und die Erhaltung alter Rassen. Viele Vereinsmitglieder waren zudem mit ihren Kaninchen bei Landes- und Bundesschauen erfolgreich. Bis heute werden diese Schauen gern als Gradmesser für den derzeitigen Stand der Zucht genutzt. Bis auf wenige Ausnahmen hat im Verein jedes Jahr eine Ausstellung stattgefunden. Die Kreisschauen mussten vor Jahren allerdings aus Platzgründen aufgegeben werden. Am jetzigen Standort kann der Verein nicht mehr als 120 Tiere unterbringen.


Derzeit sind im Kaninchenzüchterverein S46 acht Männer aktiv. Es gibt aber zahlreiche Passivmitglieder, wie der 81-jährige Hubert Bräger und der 79-jährige Günther Beckert, die zwar zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr züchten, aber ansonsten immer zur Stelle sind, wenn deren Rat und Erfahrung benötigt werden. "Unsere aktiven Züchter sind 18 und 23 Jahre sowie zwischen 40 und 50 Jahre alt. Ich bin sehr froh, dass wir ein so junger Verein sind. Um den Fortbestand mache ich mir keine Sorgen", so der Vereins- chef, der zur Zeit etwa 60 Nager in den Rassen Englische Schecke und Kleinsilber grau-braun im Bestand hat.

Seine Leidenschaft für die kuscheligen Vierbeiner entdeckte Jens Ulbrich schon als Kind. Bei einem Züchter hat er gerne geholfen, die Englischen Schecken haben ihm besonders gefallen. Aus Dankbarkeit und in der Hoffnung, dass die Rasse nicht ausstirbt, bekam Jens Ulbrich eine Häsin geschenkt. Seit nunmehr 40 Jahren ist er der Rasse "treu", hinzu kamen später die etwas einfacher zu züchtenden Kleinsilber.

Obwohl jetzt mehr Auswahl bei der Ernährung zur Verfügung steht, schwört Jens Ulbrich auf natürliches Futter wie Rüben, Möhren, Krauskohl, Gras und vor allem das für die Verdauung so wichtige Heu. "Hasen wollen schnurpsen", sagt der erfahrene Züchter. "Wir haben das Glück, Bio-Trockenfutter für den Winter zu bekommen. Auf zwei Hektar kümmert sich ein Bauer um das Mähen und Wenden. Wenn alles trocken ist, werden die Päckchen dann in Boxen eingelagert.

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