Der lange Weg eines Schülertickets

Kein Schulbeginn ohne Sorgen um den Schülertransport. Ein Vater konnte ohne Bescheid den Eigenanteil nicht zahlen.Was tun in dieser Situation?

Stollberg/Schwarzenberg.

Kein Schuljahr beginnt reibungslos. Speziell in Sachen Schülerverkehr gibt es alljährlich kleine oder große Turbulenzen. In diesem Jahr sind es verspätet zugesandte Bescheide, die bei Eltern Verärgerung ausgelöst haben. In einer Mitteilung hatte die Regionalverkehr Erzgebirge GmbH (RVE) darauf hingewiesen, dass ab Montag die Schülerfahrkarten nur noch mit Passbild gültig sind, ansonsten muss das Kind einen Einzelfahrschein lösen. Jan Fenderl-Keller ist der Vater eines Drittklässlers, der täglich in die Grundschule nach Schwarzenberg-Sonnenleithe fährt. Jedoch habe er bislang noch nicht mal den Bescheid des Zweckverbands Verkehrsbund Mittelsachen (ZVMS) erhalten, auf dessen Basis er den Elternanteil entrichten muss. Folglich konnte er das Geld noch nicht überweisen. Auf seine telefonische Nachfrage beim VMS wurde ihm gesagt, dass die Bescheide zum 15. August raus seien. Doch auch am vergangenen Samstag war dieses Schreiben nicht im Briefkasten. Seit Montag sollte die eingangs zitierte Regelung gelten: Kein gültiger Fahrausweis ohne Foto, ansonsten Einzelfahrschein kaufen.

"Also hat meine Frau ihren Arbeitsbeginn verschoben und unseren Jungen zunächst zur Schule gefahren", erklärt der Vater. Am Dienstag, 21. August, war besagter Bescheid dann in der Post, und er hat sofort das Geld überwiesen. Nun aber muss die Familie wiederum warten bis das Schülerverbundticket bei ihnen ist. Wann das sein wird? "Keine Ahnung", so der Vater.

Auf Nachfrage beim ZVMS, wie es zu diesem Zeitverzug beim Zusenden der Bescheide kommen kann, teilt Jeanette Kiesinger von der Pressestelle mit: "Nach Rücksprache mit der Abteilung für Schülerbeförderung sind durch die beauftragte Druckerei am 17. August 2018 die Bescheide mit dem Erstellungsdatum 15. August 2018 versandt worden." Das bedeutet, dass die Familie aus Schwarzenberg wohl nicht die einzige ist, die noch immer auf das Schülerticket warten muss, obwohl sie rechtzeitig den Antrag auf das Ticket eingereicht hat, wie der Vater versichert. "Wir machen das ja nun nicht mehr zum ersten Mal."

"Generell beträgt die Bearbeitungszeit von Anträgen auf Schülerbeförderung vier Wochen. Haben die Eltern den vollständigen Antrag fristgerecht gestellt und der Erlass des Bescheides geht auf eine Verzögerung beim ZVMS zurück, besteht für die Eltern grundsätzlich ein Anspruch auf Erstattung der zusätzlichen Fahrtkosten", erklärt Kiesinger. Das bedeutet für jene, die ihren Antrag fristgerecht eingereicht, aber den Bescheid verspätet erhalten haben und so das Geld noch nicht überweisen konnten: Einzelfahrscheine sammeln. Das Geld könnte vom ZVMS erstattet werden.

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