Der Mann der Feste und Märkte sagt ade

Als Sieghard Bachmann 2011 angefangen hat, Veranstaltungen in Oelsnitz zu organisieren, war er eigentlich bereits Rentner. Im Alter von 72 Jahren quittiert er jetzt den Dienst. Ein geruhsames Rentnerleben will er aber auch künftig nicht führen.

Oelsnitz.

Der gut besuchte Weihnachtsmarkt am ersten Adventswochenende war das letzte Fest, das Sieghard Bachmann für die Stadt Oelsnitz organisiert hat. Am 31. Dezember ist der letzte Arbeitstag des 72-Jährigen, am 15. Januar wird er offiziell im Rathaus verabschiedet. Trotz seines Alters geht er mit etwas mit Wehmut: "Ich brauche den Umgang mit Menschen." Deshalb will er sich auch künftig einbringen, hat dazu bereits Kontakte zu Vereinen aufgenommen. Nicht nur, weil seine Frau Sylke noch arbeitet, will er selbst weiter aktiv bleiben: "Ruhestand ist für mich tödlich."

Seit 2011 ist Sieghard Bachmann für Feste und Märkte zuständig. Er hat Erfolgsformate wie das Kinderosterfest, den Bauernmarkt und das Pyramideanschieben ins Leben gerufen. Unter seiner Regie ist der Oelsnitzer Weihnachtsmarkt zu einer regional beachteten Größe angewachsen. Und er hat bei Großveranstaltungen wie dem Sächsischen Familientag, der 800-Jahr-Feier der Stadt und dem Bahnhofsfest im Vorfeld der Landesgartenschau mitgewirkt. Dabei war er beruflich zunächst ganz anders unterwegs.

Sieghard Bachmann wurde 1947 in Oelsnitz geboren und ist in Neuwiese und Neuoelsnitz aufgewachsen. Nach der Lehre als Grubenelektroschlosser auf dem Albert-Funk-Schacht hat er rund eineinhalb Jahre unter Tage gearbeitet, danach wie er sagt, für ein Jahr "in der modernsten Kohlenwäsche Europas" im Karl-Liebknecht-Schacht (heute Bergbaumuseum). Während seiner Wehrdienstzeit Ende der 1960er-Jahre bei Nationalen Volksarmee musste er dann in die Kaderabteilung: "Da wurde mir mitgeteilt, dass der Schacht zugemacht wird." Wie mehrere seiner Kollegen hat er ein Angebot der Umschulung angenommen und binnen eines Jahres einen Abschluss in Feinwerktechnik im Schacht absolviert. Angeschlossen hat Bachmann ab 1971 ein Direktstudium zum Ingenieur für Wissenschaftlichen Gerätebau in Glashütte. Vom Praktikum bei Robotron Oelsnitz wurde er vom Maschinenbau Stollberg abgeworben, wo er zunächst als Produktionsleiter später im Bereich Absatz und Beschaffung gearbeitet hat. Ab 1984 war er Stadtrat für Bauwesen in Stollberg, nach der Wende Dezernent für Bauwesen. 1993 wurde er schließlich Leiter des Stollberger Bauhofes. Dort ist er bis zur Pensionierung im Jahr 2009 geblieben.

Doch Bachmann war kaum aus dem Berufsleben ausgeschieden, als ihn eine Anfrage des damaligen Oelsnitzer Bürgermeisters, Hans-Ludwig Richter, erreichte. Er sollte ins Organisationsbüro für den Tag der Sachsen kommen. "Ich wollte erst einmal meine Ruhe haben und habe mich geziert", bekennt er mit einem Schmunzeln. 2010 hat er dann doch zugesagt und war schließlich für die Schlemmermeile zuständig. Dies so erfolgreich, dass die Stadt ihn auch danach als Geringverdiener behalten wollte. So wurde Bachmann ab 2011 der Mann für Feste und Märkte der Stadt. 2015 hat er für ein dreiviertel Jahr gar kommissarisch die Leitung der Stadthalle übernommen.

Doch Sieghard Bachmann freut sich über eine in Sachen Feste und Märkte gut aufgestellte Stadt: "Wenn man so etwas aufbaut, dann hängt man auch daran. Deshalb wünsche ich mir, dass meine Nachfolgerin, Heike Böhm, die Arbeit gut fortführt, aber auch eigene Ideen einbringt. Wünschen würde ich mir, dass Veranstaltungen wie der Kultursommer oder das Kinderosterfest weitergehen."

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