Der Neue an der Spitze ist ein alter Hase in der Feuerwehr

Der neue Gornsdorfer Wehrleiter sieht seine Einheit gut aufgestellt. Doch einen großen Wunsch haben die Kameraden.

Gornsdorf.

Wie Jens Brunner zur Feuerwehr kam, das wünscht sich der neue Wehrleiter in Gornsdorf auch für den Nachwuchs von heute. Denn es war die AG Junge Brandschutzhelfer, über die er damals als Achtjähriger in Gornsdorf erste Feuerwehrluft schnupperte. Heute steht der 48-Jährige der Wehr in seinem Heimatort vor, die aktuell zehn Kinder und Jugendliche mit dieser so wichtigen gemeinschaftlichen Aufgabe vertraut macht. "Die Jugendfeuerwehr ist nicht nur wichtig für die Nachwuchsgewinnung, sondern auch, um den Kindern alles Nötige in der Brandschutzerziehung beizubringen", findet Jens Brunner.

Ganz neu an der Spitze der Gornsdorfer Feuerwehr ist Jens Brunner aber nicht. Bereits von 2003 bis 2004 leitete er die Wehr, gab diese Position dann aber aus beruflichen Gründen ab. Der Beruf ist ohnehin ein Thema, das alle Feuerwehren beschäftigt - besser gesagt die Verfügbarkeit der ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute während der Arbeitszeit. "Wir haben viele, die in Schichten arbeiten. Und die Monteure kommen unter der Woche gar nicht ran", sagt Brunner, der zwar bei einem Unternehmen im Ort arbeitet, dort als Fahrer aber ebenfalls viel unterwegs ist. Extra wegen der Monteure findet ein Dienst im Monat immer freitags statt.

Bisher habe seine Wehr Glück gehabt, doch bereits heute seien die Alarmierungswege so gelegt, dass benachbarte Wehren schnell nachgeordert werden können. Denn von den 34 Männern zwischen 21 und 50 Jahren, die in Gornsdorf zu den aktiven Feuerwehrleuten gehören, sind im Durchschnitt nur zehn bis 15 verfügbar. Doch Jens Brunner betont, dass hierzulande die Einsicht der Arbeitgeber gegeben sei.

Technisch sieht Jens Brunner seine Wehr, die zu 10 bis 20 Einsätzen im Jahr gerufen wird, gut aufgestellt, verfügen die Gornsdorfer doch über zwei quasi neue Löschfahrzeuge, die 2008 und 2016 angeschafft wurden. Letzterer, ein LF 20, ist neben einem 2400 Liter-Wassertank auch mit 200 Litern Schaum ausgestattet - ein Tribut an den im Ort ansässigen Leiterplattenhersteller KSG, der viel mit Chemie arbeitet.

Einen großen Wunsch haben Jens Brunner und seine Kameraden allerdings: Sie brauchen dringend einen neuen Hänger mit ausreichend Schlauch darauf. Zwar verfügt der aktuelle aus dem Baujahr 1990 über 600 Meter Schlauch und hat auch noch Tüv. "Doch dieser Hänger ist zu schmal und zu hoch. Wenn wir schneller als 60 oder 70 Kilometer pro Stunde fahren, kann es passieren, dass er in der Kurve umkippt", erläutert Jens Brunner. Zudem seien in einem Ort wie Gornsdorf mit exponierten Lagen wie etwa dem Offenstall mindestens 1000 Meter Schlauch nötig, der auf neueren Modellen automatisch herausrollt.

Gornsdorfs Bürgermeisterin Andrea Arnold kennt diesen Wunsch. "Der stand auch schon einmal im Haushalt, musste aber aufgrund der Mehrkosten beim Neubau der Grundschule gestrichen werden." Damals musste Gornsdorf sich in mehreren Bereichen einschränken. Andrea Arnold betont aber: "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben." Auf die Gemeinde lässt Jens Brunner nichts kommen. "Ob es um den Austausch der Schlösser im Depot oder die Telefone auf den Fahrzeugen geht, da gibt's nichts. Die Zusammenarbeit klappt super." Angedacht ist zudem auch, das 1995 errichtete Depot irgendwann umzubauen, um vor allem im oberen Geschoss die Räume besser nutzen zu können. "Uns fehlen zum Beispiel nach Geschlechtern getrennte Duschen", erläutert Brunner, der mit einem Umbau aber je nach Fördermittellage nicht vor 2021 rechnet.

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