Der neue Rat übernimmt ein gut bestelltes Haus

Viele Großprojekte sind abgeschlossen oder auf den Weg gebracht. Auch die Infrastruktur ist weitgehend in Schuss. Das trifft sich gut, denn den künftigen Entscheidungsgremien werden einige neue Gesichter angehören.

Burkhardtsdorf.

Der amtierende Gemeinderat übergibt den künftigen Entscheidungsträgern ein weitgehend bestelltes Haus. Viele Vorhaben sind in Burkhardtsdorf nahezu abgeschlossen oder auf den Weg gebracht. Exemplarisch seien das Dorfgemeinschafts- und Vereinshaus in der alten Meinersdorfer Schule oder der Schulcampus im Kernort genannt. Ein Doppelhaushalt für die Jahre 2019 und 2020 und eine gemeinsame Flächennutzungsplanung für die gesamte Verwaltungsgemeinschaft mit Auerbach und Gornsdorf sind ebenso vorhanden. "In der kommenden Wahlperiode wird es nun darum gehen, das Geschaffene zu erhalten", blickt Bürgermeister Thomas Probst (CDU) nach vorn.

Eine weitere Herausforderung sieht er darin, leistungsfähiges Personal zu gewinnen - speziell, aber nicht nur für die Kinderbetreuung. Ein Unterfangen, das nicht nur eine gute Auswahl beinhaltet, sondern auch kostenintensiv ist. "Wir gehen bei den Personalkosten in Richtung 50 Prozent unseres Haushaltsvolumens", sagt Probst. Aktuell wendet die Gemeinde - die allerdings die Verwaltung für Auerbach und Gornsdorf im Zuge einer Verwaltungsgemeinschaft mit übernimmt - rund 4,8 Millionen Euro jährlich für Personalkosten auf. "Als größte Herausforderung für die kommende Wahlperiode sehe ich den Erhalt der Investitionskraft der Gemeinde", sagt deshalb Katrin Seyffert (CDU), die daher neue Wohngebiete entwickeln möchte.

Torsten Kleditzsch

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Herausforderungen gab es auch in der ablaufenden Wahlperiode. Etwa die Unterbringung und Betreuung Geflüchteter, die größtenteils dezentral erfolgte. Eine kontroverse Debatte gab es zudem um die Re-Kommunalisierung des Freibades, die sich die Gemeinde einen Zuschuss von mehr als 115.000 Euro pro Jahr kosten lässt.

Ebenso erbittert wurde um die neue Verwaltungsstruktur gestritten. Die insgesamt 33 Mitarbeiter sind nun in Fachbereichen organisiert. Zudem wurde für die komplette Verwaltungsgemeinschaft ein Bürgerservice in der ehemaligen Sparkasse in Gornsdorf eingerichtet. Auch das lief nicht ohne Nebengeräusche ab. "Wir sind unzufrieden mit der teilweisen Auslagerung einzelner Abteilungen aus Burkhardtsdorf in die Verwaltungsgemeinschaft, auch mit fehlender Barrierefreiheit im Rathaus", so Klaus Kischkewitz (Allgemeine Liste "Neues Burkhardtsdorf").

Auch die Linke ist punktuell unzufrieden. "Mehr erhofft haben wir uns bei der Beseitigung der Hochwasserschäden. Leider ist hier immer nur eine kostengünstigere Schadensbeseitigung statt einer zukunftsorientiertere ökologisch bessere Lösung möglich", hadert Angela Hähnel (Die Linke). Die gleiche Kerbe schlägt Klaus Kischkewitz. Er erhofft sich für die Zukunft bessere Ergebnisse beim Thema Hochwasserschutz. Doch derlei Wahrnehmungen sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Gemeinderat prinzipiell gut zusammengearbeitet hat. "Es war eine ruhige, fast problemlose, mit konstruktivem Streiten verbundene Periode", findet Klaus Kischkewitz.

Eine große Rolle in der Zukunft spielt für die Parteien und Wahllisten das Vereinsleben. Burkhardtsdorf hat mit seinen Ortsteilen insgesamt 43 Vereine und vier freiwillige Feuerwehren. "Ein gutes Vereinsleben ist für eine Gemeinde und deren Gemeinschaft sehr wichtig", betont Katrin Seyffert (CDU). Ein Problem für die Vereine ist die teilweise ausufernde Bürokratie. "Wir möchten uns bemühen, die Vereine dabei zu unterstützen und wollen das Ehrenamt etwas anders aufbauen", sagt Probst.


Wer stellt sich zur Wahl?

Wahl zum Gemeinderat

CDU: Mandy Bachmann (1972, selbst.), Andreas Börner (1980, Kommunalwirt), Danilo Därr (1968, Technischer Mitarbeiter), Hendrik Drechsel (1979, selbst.), Stefan Förster (1965, Elekroinstallateur),Matthias Frank (1987, Dipl.-Informatiker), Steffen Hoffmann (1955, Prüfingenieur), Frank Kleinhempel (1982, Architekt),

Tobias Mey (1990, Straßenbauer), David Müller-Nagy (1980, Fleischer), Jürgen Pilz (1954, Elektroinst.meister), Frank Rother (1958, Elektroinstallateurmeister), Sven Sachadä (1974, Informatiker), Katrin Seyffert (1978, Molkereimeisterin), Peter Vetters (1989, Maurer- und Betonbaumeister)

Allgemeine Liste "Neues Burkhardtsdorf": Klaus Kischkewitz (1949, Diplomfachlehrer), Marc Kischkewitz (1972, Geschäftsführer), Wolfgang Schneider (1949, selbstständiger Bauingenieur), Ingo Schulz (1974, selbständiger Malermeister), Dirk Barthold (1984, Leitender Angestellter, staatl. gepr. Techniker), Tim Böttger (1985, Angestellter Automobilindustrie), Mareen Findeklee (1977, selbständige Tourismuskauffrau), Hendrick Haas (1977, Angestellter Brunnenbaumeister), Patrick Kunz (1986, Angestellter Fahrzeugbau), Andreas Meiner (1981, leitender Angestellter Automobilindustrie), András Nagy (1989, Angestellter Betriebsleiter, Fleischermeister), Frank Schiek (1973, Projektleiter, angestellter Elektromeister), Simon Schneider (1991, Beamter), Michael Steiner (1971, Angestellter Baumpflege)

Die Linke: Angela Hähnel (1960, Büroleiterin)

Freie Wählervereinigung Meinersdorf: Hendrik Rother (1982, Berufsschullehrer), Andreas Kreil (1960, Malermeister), Christine Radtke (1952, Rentnerin)

Liste Seifert: René Brondtke (1980, Kfz-Mechatroniker), Carsten Haustein (1980, Lagerist), Philipp Backmann (1988, Mechatroniker)

Alternative für Deutschland: Christian Clauß (1994, Maschinen- und Anlagenbediener), Kai Steinbrückner (1980, technischer Assistent für Informatik), Arthur Österle (1973, selbst. Handwerker), Konstantin Rühl (1985, selbständiger Handwerker)

Bündnis 90/Die Grünen: Wolfram Cüppers (1961, Diplomingenieur), Martin Seifert (1990, Projekting.)

Wahl zum Ortschaftsrat Burkhardtsdorf

CDU: Mandy Bachmann (1972, selbständig), Hendrik Drechsel (1979, selbständig), Tobias Mey (1990, Straßenbauer), Katrin Pilz (1988, Ingenieurin), Frank Rother (1958, Elektroinstallateurmeister)

Allgemeine Liste "Neues Burkhardtsdorf": Tim Böttger (1985, Angestellter Automobilindustrie)

Wahl zum Ortschaftsrat Kemtau

CDU: Danilo Därr (1968, Techn. Mitarbeiter), Stefan Förster (1965, Elektroinstallateur), Steffen Hoffmann (1955, Prüfingenieur), David Müller-Nagy (1980, Fleischer), Heike Richter (1964, Verwaltungsangestellte), Axel Schaarschmidt (1984, Techn. Mitarbeiter), Peter Vetters (1989, Maurer- und Betonbaumeister).

Wahl zum Ortschaftsrat Meinersdorf

Freie Wählerver. Meinersdorf: Christine Radke (1952, Rentnerin), Andreas Kreil (1960, Malermeister), Sylvia Ludolf (1965, Verkäuferin), Lutz Balke (1962, Zahnarzt), Kay Löper (1970, Maschinenführer)

Liste Seifert: René Brondtke (1980, Kfz-Mechatroniker), Carsten Haustein (1980, Lagerist), Philipp Backmann (1988, Mechatroniker)

CDU: Cornelia Weißbach (1961, Dipl.-Bauingenieurin), Uta Windisch (1949, Rentnerin)


Das wollen die Parteien und Wählervereinigungen umsetzen

CDU: Die Union möchte den Schulstandort Burkhardtsdorf und die Kita-Landschaft bedarfsgerecht weiter entwickeln. Ein weiterer wichtiger Themenbereich ist für die Partei die Sicherung des Rettungswesens und der Polizeipräsenz im Ort mit allen Ortsteilen. Als wichtigen Teil des Freizeitangebotes steht die CDU auch für den Erhalt des Freibades in kommunaler Trägerschaft und die Erweiterung der Vereins- und Freizeitangebote in Burkhardtsdorf, Meinersdorf und Kemtau/Eibenberg ein.

Allgemeinen Liste "Neues Burkhardtsdorf": Hauptschwerpunkt ist die Unterstützung der Jugend- und Kinderarbeit der Einrichtungen in der eigenen Gemeinde Burkhardtsdorf, Schaffung Bolz- und Spielplätze, sinnvolle Nutzung des alten Kinos für ältere und jüngere Menschen. Zudem sollen Feste und Veranstaltungen der Vereine erhalten bleiben. Für Vereine und Unternehmen schlägt die Allgemeine Liste einen halbjährlichen "Aktivistenstammtisch" zum Austausch über Probleme/Sorgen sowie Lösungsansätze vor.

Die Linke: Die Partei möchte auf kommunaler Ebene die Lebensumstände der Bürger direkt beeinflussen. Dazu zählt die Linke die Unterstützung der Vereine, aller Kinder- und Jugendeinrichtungen, Interessengruppen die sich der kulturellen Arbeit, Betreuung oder dem Sport widmen. Zudem spielt Nachhaltigkeit für die Linke eine große Rolle, ebenso wie eine starke Verwaltungsgemeinschaft, mit der Selbständigkeit der Gemeinde Burkhardtsdorf gesichert wird.

Freie Wählervereinigung Meinersdorf: Als große Aufgabe wird von der Wählervereinigung genannt, das neu geschaffene Dorf- und Vereinszentrum in der alten Meinersdorfer Schule mit Leben zu füllen. Darüber hinaus steht die Umsetzung des Entwicklungskonzeptes im Blickpunkt. Zudem möchte die Wählervereinigung Meinersdorf die Sanierung Rathaus, Turnhallenanbau und Wassertretbecken umsetzen.

Liste Seifert: keine Angabe.

Alternative für Deutschland: Keine finanzielle Mehrbelastung der Bürger durch die Grundsteuerreform sowie Gewerbesteuererhebung mit Augenmaß. Mehr direkte Demokratie durch Bürgerentscheide und Bürgerbefragungen, wie zum Beispiel bei Gemeindefusionen, und Abbau der von Bürokratie. Keine Zerstörung der Landschaft, der Tierwelt und der Lebensqualität der Bürger durch weitere Windkraftanlagen.

Bündnis 90/Die Grünen: Umwelt- und Naturschutz steht bei den Grünen ganz oben auf der Prioritätenliste: Flächenverbrauch stoppen, Lärmschutz und Luftreinhaltung, erneuerbare Energien nutzen, Erhalt der Straßenbäume, Baum-, Natur- und Tierschutz. Erhalt der Insekten, insbesondere der Bienen. Weitere Ziele sind schnelles Internet, guter öffentlicher Nahverkehr und sichere Radwege.

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