Der Theatersaal hat jetzt zwei Etagen

Durch die Veränderungen an den Fenstern ist das Gebäude des Stollberger Kreiskrankenhauses zwar auch von der Straße aus als Baustelle zu erkennen, aber was sich zwischenzeitlich drinnen getan hat, ist kaum zu erahnen. Ungezählte Wände durchziehen das Erdgeschoss - und was darüber liegt, gab es bisher gar nicht.

Stollberg.

Der frühere Theatersaal des Kreiskrankenhauses ist eine einzige Baustelle - und als solcher nicht mehr zu erkennen. Eine Zwischendecke teilt den einst eingeschossigen großen Raum in zwei Ebenen. Im so entstandenen Erdgeschoss ist kaum noch nachvollziehbar, wo sich Bühne und Zuschauerreihen befanden - dafür sorgen eingezogene Wände, die den Saal in viele kleine Zimmer teilen. In den Büros soll nach dem Umbau die komplette Krankenhausverwaltung untergebracht werden, von der Geschäftsführung bis hin zur Buchhaltung. Wobei sich etwa die Hälfte der rund 20 Räume eine Etage höher befinden wird, wo es aktuell noch keine Zwischenwände gibt. Im Moment sind die Bauarbeiter hier damit beschäftigt, Fenster aus der rückwärtigen Wand zu stemmen - denn die gab es auf dieser Seite des Hauses bislang nicht.

Auch das Treppenhaus samt Aufzug existiert noch nicht. Um in die erste Etage zu gelangen, benutzen die Arbeiter eine Leiter oder das kleine Treppenhaus, über das man früher in die Garderoben kam, und von dem aus man über mit Baustellengeländern gesicherte Holzbohlen hinüber zur neuen Etage kommt. Krankenhaussprecher Christian Grimm steht auf einer dieser Bohlen und zeigt diagonal durch den riesigen Raum. "Ganz da vorn rechts ist mal mein Büro." Um das zu verstehen, ist noch viel Fantasie vonnöten.

Im Frühjahr 2020 soll der Umbau abgeschlossen sein, sagt Grimm. Nach dem Umzug der Verwaltung in den dann sanierten Teil des Gebäudes soll der bisherige Verwaltungsbereich für das Medizinische Versorgungszentrum beziehungsweise ambulante Aufgaben umgestaltet und umgenutzt werden.

Für den Umbau des Gebäudeteiles war mit Kosten in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro gerechnet worden. Aber laut Geschäftsführerin Andrea Morzelewski ist bereits absehbar, dass mit einer Kostensteigerung gerechnet werden muss. Konkrete Zahlen könne sie aktuell nicht nennen, da noch nicht alle Ausschreibungen erfolgt sind.

Begonnen hat der Umbau im Sommer mit Entkernungs- und Abrissarbeiten, erklärt Christian Grimm. Zunächst musste dann eine neue tragfähige Bodenplatte ins Erdgeschoss eingebaut, später die Zwischendecke eingezogen werden. Abgeschlossen ist inzwischen auch der Rohbau der tragenden Wände der neuen Räume im Erdgeschoss, erklärt der Krankenhaussprecher. Bei allen Arbeiten stets zu beachten: die Anforderungen des Denkmalschutzes. So sollen die Stuckarbeiten nach Möglichkeit erhalten bleiben und wo möglich, in den neuen Strukturen wieder zu finden sein. Die Stuckdecke des Saales werde mit einer Abhängung gesichert, aber nicht mehr zu sehen sein.

Dass an dem Gebäude gebaut wird, ist auch von der Jahnsdorfer Straße aus nicht zu übersehen: Die alten Fenster wurden ausgebaut und die im unteren Bereich befindlichen sehr großen Theaterfensteröffnungen verkleinert. Für die neuen Räume im ersten Obergeschoss mussten die Fensteröffnungen indes vergrößert werden. Am Ende, erklärt Polier Kai-Uwe Löser, werden die Fenster auf beiden Etagen genauso aussehen, wie die der beiden angrenzenden Gebäudeteile.

In den Wintermonaten wird der Innenausbau fortgesetzt, sagt Christian Grimm. Dazu gehöre auch der Einbau des Treppenhauses und des Fahrstuhles ins erste Obergeschosses. Die Arbeiten sowie die Innenausstattung werden das gesamte nächste Jahr beanspruchen, erklärt er. Die Büroplanung sei indes abgeschlossen. Was die Einrichtung betrifft, so wird laut Grimm "der Großteil des existierenden Mobiliars 1:1 in die neuen Büros umgesetzt."

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