Die Ideen kommen ihr meist "einfach so"

Die Vielfalt künstlerischer Textilgestaltung steht im Mittelpunkt der aktuellen Ausstellung von Renate Blüthig im Kulturbahnhof Stollberg.

Stollberg.

Renate Blüthig präsentiert mit "Variationen in Textil" derzeit im Stollberger Kulturbahnhof ihre eigene Sicht auf Natur, Umwelt und Miteinander. Neben Beteiligungen an zahlreichen Schauen ist es ihre dritte Personalausstellung.

Zu sehen sind in zwei Räumen Exponate in unterschiedlichen Größen und verschiedenen Handarbeitsverfahren, wie Seidenmalerei, Klöppeln, Applikationen, Weben, Sticken, Collagen, Gobelinstickerei, Wickeln. Das Spezialgebiet der Freibergerin sind eigene Techniken.

Renate Blüthig war 14 Jahre alt, als sie ihre Leidenschaft für Handarbeiten entdeckte. Nach anfänglichen Vorgaben der Lehrerinnen und dem Erlernen von Grundtechniken entwickelte sie recht schnell ein Gefühl für eigene, moderne Gestaltungsvarianten. "Selbst kreativ zu sein, ist ja das eigentlich spannende und interessante an der Kunst mit Stoffen, Garnen und ausgewählten, besonders ungewöhnlichen Materialien", sagt die 70-Jährige.

Handelsübliche Vorlagen benutzt Renate Blüthig nicht. "Ideen kommen mir immer wieder, einfach so. Meist mache ich mir von spontanen Einfällen eine kurze Notiz und eine Skizze. Später werden dann daraus konkrete Vorhaben, die ich im heimischen Wohnzimmer umsetze", erzählt die Diplom-Ingenieurin für Laboratoriumstechnik. "Nach mehr als 50 Jahren künstlerischer Tätigkeit hat sich viel Material angesammelt, das soll jetzt nach und nach verarbeitet werden."

Vielleicht entstehen dann ähnliche Objekte wie die kugelförmigen "Sonnentierchen". Eine mikroskopische Aufnahme inspirierte sie zu den Applikationen. Für die abstrakt dargestellten einzelligen Lebewesen mit Scheinfüßchen hat sie verschiedene Techniken angewendet.

Mit Vorliebe verarbeitet sie für ihre sehr speziellen, oft dreidimensional wirkenden, textilen Wand-, Raum- und Schmuckobjekte außergewöhnliche Werkstoffe wie Kupferdraht zum Klöppeln, Klopapier aus DDR-Zeiten für Collagen, Polierscheiben aus der Musikinstrumentenindustrie oder handelsübliches Hasendrahtgeflecht aus dem Baumarkt. Daraus sind zum Beispiel, in der Ausstellung wirkungsvoll in Szene gesetzt, 30 bis 50 Zentimeter hohe Röhren in zwei verschiedenen Designs entstanden. Bunt wie ein Regenbogen sind die Objekte in Wickeltechnik. Nur dezent farbig eine weitere Variante. Dafür war Drahtgitter zugleich Klöppelsack.

Die Ausstellung "Variationen in Textil" ist bis zum 25. April im Kulturbahnhof Stollberg, Bahnhofstraße 2 zu sehen. Geöffnet ist dienstags und donnerstags von 14 bis 17.30 Uhr.

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