Die letzte Ehre für Box-Legende Markus Beyer

Knapp 800 Gäste sind am Samstag zur Trauerfeier für den aus Schwarzenberg stammenden Box-Weltmeister gekommen.

Schwarzenberg.

Mit seinem sympathischsten Lächeln schaut Markus Beyer von zwei großen Porträt-Aufnahmen auf die knapp 800 Trauergäste in der Ritter-Georg-Halle. Es ist jenes Lächeln, mit der er den meisten in Erinnerung bleiben wird.

Die Mitglieder des Boxklubs Erzgebirge, den Markus Beyer mitgegründet hat, gehören zu den ersten Trauergästen, die sich am Samstagmittag mit gesenktem Blick und einem Kranz in der Halle einfinden. Neben einer dunklen Urne liegen unter anderem Beyers Boxhandschuhe. In der großen Schwarzenberger Mehrzweckhalle, in der bei Veranstaltungen ein hoher Geräuschpegel herrscht, dominiert am Samstag die Stille. Eine meterlange Schlange bildet sich am Einlass. Nieselregen begleitet die Trauergäste. Es scheint, als weine selbst der Himmel.

Gekommen sind auch einige Promis aus der Welt des Boxsports. Neben Sven Ottke und Marco Huck auch Trainerlegende Ulli Wegner, der mit seiner Frau in die Heimat seines Lieblingsboxers gekommen ist. Wie alle vom Boxklub Wismut Gera, wo nach der Grundsteinlegung in Schwarzenberg das Fundament von Beyers späterer Karriere gegossen wurde, trägt Wegner einen R.I.P.-Button - "Ruhe in Frieden".

Und auch er fehlt nicht: Der Gentleman, der groß gewachsene, charismatische Weltklasse-Boxer Henry Maske. Er geht nicht einfach wortlos weiter, antwortet mit gebrochener Stimme auf Fragen. Gewusst habe er, dass Markus krank gewesen sei, doch die Hoffnung auf eine Genesung habe er nie verloren. "Die Sache mit Markus ist besonders ergreifend, vor allem auch, weil er uns so früh - mit 47 Jahren - verlassen hat", sagt Maske mit zittriger Stimme. Mit festerer spricht er über den Typ Markus Beyer. Seine Augen leuchten plötzlich auf, als er ihn für seine Leidenschaft und seinen Verstand lobt, mit dem er im Ring stand.

Doch nicht nur Promis aus der Welt des Sports, sondern vor allem viele Schwarzenberger, die sich von "ihrem Markus" verabschieden wollen, nutzen die Gelegenheit die Erinnerungsfeier zu besuchen.

In dieser zeichnet Bestatter Rajko Müller ein lebendiges Bild des Boxweltmeisters. Er erinnert an eine Weltmeisterfeier mit zig Freunden in der Neubauwohnung von Beyers Eltern. Zudem meldet sich Sänger Johannes Oerding per Videobotschaft und singt den Titel "Boxer", den Beyer so liebte. Auch Schwarzenbergs Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer sowie MDR-Programmchef Wolf-Dieter Jacobi finden passende Worte. Die Stadtchefin dankt dem Verstorbenen noch einmal dafür, dass er durch seine sportlichen Leistungen den Namen der Stadt in die Welt getragen hat. Jacobi schildert Beyer als bodenständigen, kompetenten Kollegen, der keine Starallüren hatte. "Dann war er plötzlich krank und konnte nicht zur Übertragung kommen", sagt Jacobi: "Alle haben fest daran geglaubt, dass er wiederkommt und jetzt sind wir hier und fühlen, dass er bei uns ist. Er wird es immer sein." Als die Urne mit der Asche von Markus Beyer nach draußen getragen wird, erklingt der Steigermarsch und die Gäste in der nun abgedunkelten Halle begleiten ihn mit Handylichtern auf seinem allerletzten Weg, den er gegen seinen heimtückischsten Gegner, den Krebs am 3. Dezember verloren hat.

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