"Die Partei" zieht in den Thalheimer Stadtrat ein

Der Satire-Truppe fällt ihr erstes Mandat im Erzgebirge zu. Frank Trippel ersetzt Wolfgang Haehnel von den Linken.

Thalheim.

Überraschende Personalie im Thalheimer Stadtrat: Wolfgang Haehnel von den Linken gibt sein Mandat auf. Ersetzt wird er von Frank Trippel, einem Mitglied der Satire-Truppe "Die Partei". Trippel war zur Kommunalwahl im Mai 2019 auf der Liste der Linken angetreten und rückt nun nach. Für "Die Partei" ergibt sich damit das erste Mandat im Erzgebirge. In ganz Sachsen sind es Trippel zufolge fünf. Er gehörte bislang als beratender Bürger zum Technischen Ausschuss der Stadt Thalheim. Da Haehnel als Rat auch in diesem Gremium tätig war, wird Trippel dort ebenfalls seinen Posten übernehmen.

Haehnels Rückzug verwundert insofern, als sich der Thalheimer Stadtrat erst vor fünf Monaten neu zusammengesetzt hat. "Es ist mir einfach zu viel geworden", sagt Haehnel. "Ich habe die Reißleine gezogen." Der 66-Jährige unterrichtet Mathematik an einer Freien Schule in Gelenau. Vor der Wahl sei er noch davon ausgegangen, dass er seine Arbeitszeit ab dem neuen Schuljahr verkürzen könne. Dies habe ihm die Leitung der Schule in Aussicht gestellt. Doch aufgrund personeller Engpässe arbeitet er nach wie vor fünf Tage die Woche. "Das macht Spaß", sagt er trotz allem. Für Haehnel wäre es die dritte Legislaturperiode geworden. Mehr als zehn Jahre ist er Stadtrat in Thalheim gewesen.

Frank Trippel hatte im Wahlkampf mit ironischen und überspitzten Parolen um sich geworfen. Er forderte Kinderarbeit, um Kinderarmut zu bekämpfen. "Wenn sie was essen wollen, sollen sie auch was dafür tun." Nicht allen gefiel dieser Stil. Als er sich um den Posten als beratender Bürger bewarb, musste er sich im Rat für seine Sprüche rechtfertigen. Er wolle Aufmerksamkeit erregen, um Themen zur Sprache zu bringen, die andernfalls kaum beachtet würden, sagte er damals. Seinen Einzug in den Stadtrat kommentiert Trippel wie folgt: "Ein schwerer Schicksalsschlag für den Stadtrat in Thalheim. Aber auch aus solchen Schicksalsschlägen kann etwas Gutes entstehen."

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