Die Stadt Stollberg und ihre erfolgreichen Geschäftstöchter

Die Große Kreisstadt rechnet das Jahr 2018 für ihre drei Firmen positiv ab. Trotzdem gibt es Verbesserungspotenzial. Dieses Jahr soll es noch besser werden. Warum?

Stollberg.

Alle drei städtischen Stollberger Tochterunternehmen haben einen positiven Jahresüberschuss im Jahr 2018 erwirtschaftet. Das geht aus den jeweiligen Geschäftsberichten hervor, die jüngst auch die Stadträte eingesehen haben. Hier in Auszügen die wichtigsten Zahlen:

Die Kommunaldienstleistungsgesellschaft (KGS), der einstige Bauhof, kümmert sich um städtische Arbeiten vom Winterdienst über Straßenunterhaltung bis zur Grünflächenpflege. 2016 hat der Stadtrat die KGS gar mit 90.000 Euro extra bezuschusst - aus Mehreinnahmen der Gewerbesteuer. Heute sehen die Zahlen viel besser aus. Mit einem Überschuss von 104.000 Euro ist das Jahr 2018 das erfolgreichste seit Gründung 2004 - damals noch als Eigenbetrieb. Geplant waren eigentlich 33.000 Euro. Der Umsatz stieg um 100.000 auf 786.000 Euro. Dem standen geringere Aufwendungen gegenüber, beispielsweise beim Material um 24.000 Euro.

Die Dienstleistungsgesellschaft Stollberg (DGS) bietet Immobilienverwaltung und Hausmeistertätigkeiten am freien Markt an, kümmert sich aber auch um die Kultur zum Anfassen - vom Bürgergarten bis allerlei Feste oder Marktveranstaltungen der Stadt. 2018 ist der Jahresüberschuss im Vergleich zum Vorjahr um 54.000 auf nunmehr 1000 Euro gesunken. So hat die Gesellschaft mehr Personal - die Belegschaft ist von 33 auf 38 gestiegen. Der Umsatz ist nur gering auf 1,59 Millionen Euro gestiegen. Für das laufende Jahr rechnet die DGS mit "erheblich steigendem Umsatz", so der Jahresbericht. Ein Grund: mehr Reinigungsaufträge - bekanntlich säubert die DGS alle Hauseingänge der kommunalen Wohnhäuser.

Die Gesellschaft für Wohnungsbau (GfW) verwaltet etwa mehr als 1000 Wohnungen in der Stadt. Das Unternehmen erwirtschaftete einen Jahresüberschuss von fast 54.000 Euro - in diesem Jahr, so der Plan, soll dieser Wert verfünffacht werden. Auch, weil Stollberg wirtschaftlich weiter wächst und mit mehr Einwohnern rechnet. Die GfW hat eine hohe Leerstandsquote von fast 18 Prozent. Hoher Sanierungsbedarf ist ein Grund - in diesem Jahr wird daher in ein Dutzend Wohnungen und Treppenhäuser investiert. Auch hat die Gesellschaft eine "hohe Fluktuationsrate" zu verkraften - etwa zehn Prozent der Mieter verließen im Jahr 2018 die GfW. Der Wert ist zum Vorjahr stabil geblieben, es konnten also genauso viele neue Mieter gewonnen werden.

Die Firmen sollen noch effizienter arbeiten, so wurde das politische Ziel im Stadtrat schon vor Jahren formuliert - vor allem von der CDU und den Linken. In diesem Jahr werden die drei Firmen erstmals nun zentral gesteuert. Stollbergs Oberbürgermeister Marcel Schmidt sagte einst, man könne die drei Gesellschaften zwar nicht vereinen. Aber: Die GfW werde hauptsächlich als Besitzgesellschaft fungieren, in der DGS wird nahezu das gesamte operative Geschäft konzentriert und die KGS wird als städtische Gesellschaft für Winterdienst, Grünlandpflege, Ortsbildgestaltung zuständig sein. Mit Synergieeffekten sollen so Kosten gespart werden - bis 2018 hat jede Gesellschaft unabhängig voneinander für sich gewirtschaftet. Nun aber hat beispielsweise die DGS Buchhaltung, Abrechnungssysteme oder Sekretariatsaufgaben für alle drei Firmen übernommen.

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