Die Zeit im Erzgebirge will sie nicht missen

Drei Jahre war die Amerikanerin Kate Harris Weishaupt als Pastorin auf Probe in den Bezirken Zwönitztal und Lößnitz aktiv. Jetzt wechselt sie nach Halle/Dessau.

Niederdorf/Zwönitz.

Bei Gottesdiensten in Niederdorf und Affalter wurde am Pfingstsonntag in den methodistischen Gemeinden des Bezirkes Lößnitz Kate Harris Weishaupt verabschiedet. Drei Jahre lang war die 29-Jährige an den insgesamt sieben Gemeinden der Bezirke Zwönitztal und Lößnitz tätig. Ihr Akzent weist noch immer unüberhörbar auf ihre Herkunft hin: Aufgewachsen ist sie im US-Bundesstaat Tennessee. Im Erzgebirge hat sie sich wohlgefühlt. "Wir werden einander fehlen", so Kate Harris Weishaupt, die aber auch bekennt: "Anfangs gab neben Neugier durchaus Skepsis. Gerade ältere Leute haben mir gesagt, dass sie noch nie einen Ausländer kennengelernt haben."

Für die Pastorin auf Probe gehörte die Zusammenarbeit mit Ausländern hingegen zum alltäglichen Dienst: "Ich empfinde mich als Brücke zwischen den Erzgebirgern und den Flüchtlingen, die ich besonders durch meine Arbeit in Niederdorf kennengelernt habe. Gegenüber diesen Menschen habe ich den Vorteil, dass ich ganz andere Möglichkeiten hatte, die deutsche Sprache schnell zu erlernen."


Inzwischen hat Kate Harris Weishaupt ihre Probezeit erfolgreich beendet: Am 19. Mai wurde sie ordiniert, also zur Pastorin bestellt. Damit verbunden ist ein Wechsel der Dienstelle. Auf eigenen Wunsch wird Kate Harris Weishaupt in Deutschland bleiben, denn seit fast drei Jahren ist sie mit dem aus Niedersachsen stammenden Andreas Weishaupt verheiratet. Beide wechseln nach Halle. Kate wird dort neben ihrer Pastorenarbeit an den Gemeinden Halle und Dessau auch die Seelsorge am Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau übernehmen. Außerdem wird sie nebenamtlich als Distriktssekretärin für Evangelisation tätig sein. Sie freut sich auf den Wechsel, will die Zeit im Erzgebirge aber auch nicht missen: "Durch die sieben Gemeinden habe ich die Vielfalt unserer Kirche kennengelernt und die Anliegen der Menschen erfahren. Der größte Unterschied zu den Gemeinden in den USA: "In Deutschland sind vor allem die Gemeinden untereinander verbunden. In den USA geht es deutlich stärker um das soziale Engagement auch außerhalb der Gemeinden. Das liegt auch daran, dass es dort nicht die soziale Sicherheit und daher viel mehr bedürftige Menschen gibt."

Der Zwönitzer Pastor Jörg Herrmann empfindet die Dienstzeit der Amerikanerin als große Bereicherung: "Durch Kate ist den Leute hier bewusst geworden, dass wir eine weltweite Kirche sind. Ich hätte sie gern auch noch länger hier gehabt." Doch bereits ab 1. Juli hat er einen neuen Pastor auf Probe an seiner Seite. Die Aufgaben von Kate Harris Weishaupt übernimmt dann Pedro Freundel, ein Orthopädieschuhmachermeister aus Aue.

Der Abschiedsgottesdienst von Kate Harris Weishaupt für den Bezirk Zwönitztal wird am 30. Juni im Turnerheim Dorfchemnitz gefeiert.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...