Dieser Ausflug ist Kult und Tradition

Das Tischelfest hat nichts von seiner Faszination eingebüßt. Besucher und Organisatoren schwärmen gleichermaßen.

Auerbach.

Pfingsten am steinernen Tischel im Abtwald bei Auerbach, das ist einfach Kult und Tradition. Dieser Meinung waren auch dieses Jahr wieder Hunderte Wanderer aller Altersgruppen. Die Tischel-Fans nahmen lange Wege in Kauf, kamen aus verschiedenen Richtungen, zu Fuß, mit Fahrrädern, den Nachwuchs oder Proviant im Anhänger, mit Birkenzweigen geschmückten Hand-, Boller- und Kinderwagen. Die ersten der etwa 700 Besucher waren schon vor 7 Uhr da.

Noch bevor die Bergkapelle Thum, seit 35 Jahren als treuer Stimmungsmacher fester Bestandteil der Veranstaltung, ihr erstes Lied spielte, waren die Sitzplätze an den Tischen unter den riesigen Bäumen besetzt. Doch erfahrene Tischelfest-Besucher wissen, sich zu helfen. Manche hatten Decken, andere kleine Hocker dabei. Und die große Menge gelagerter Holzstämme am Wegesrand wurde kurzerhand zu Picknickplätzen umfunktioniert.


Auch die 42. Auflage des beliebten Treffens am Pfingstsonntag auf dem ehemaligen Rastplatz des Abtes und seines Jagdgefolges hat nichts von ihrer Faszination verloren. Die Bedeutung des Ortes im Abtwald ist auf einem Schild zu lesen, welches dieses Jahr von einem regionalen Handwerker erneuert wurde. "Die alte Beschilderung ist vermutlich Langfingern zum Opfer gefallen", erzählt Christian Sehm. Der Vorsitzende des Heimatvereines Auerbach organisiert mit einem Team aus Vereinsmitgliedern und freiwilligen Helfern das Tischelfest.

"Zum Tischel zu wandern, gehört zu Pfingsten in unserer Hausgemeinschaft einfach dazu. Das ist für alle ein fester Termin", erzählt Robert Scherf aus Burkhardtsdorf. 90 Minuten war die 16-köpfige Truppe im Alter von 10 bis 71 Jahren unterwegs. "Mal gemeinsam etwas unternehmen, früh losmarschieren, sich in der Natur bewegen, das macht für mich den Reiz aus", ergänzt Janet Maski. Das sind auch für Silvia, Olaf und Pascal Delling Argumente, zum Tischel zu kommen. "Man hat ein Ziel, sich an der frischen Luft zu bewegen. Das macht man doch im Alltag viel zu selten", sagt die Gornsdorferin Silvia Delling. "Mich faszinieren die vielen gut gelaunten Menschen. Es ist eine super Stimmung, eine lockere Atmosphäre, die hilft, mal vom Alltag abzuschalten", meint Angela Tengelmann aus Chemnitz. "Mir würde einfach etwas fehlen, wenn ich nicht zu Pfingsten am Tischel wäre", so Mirella Mehner aus Stollberg. "Man trifft Bekannte die man sonst selten sieht, darauf freue ich mich immer sehr." Für Hellmut Dortah-Franke war die wunderbare Musik mitten im Wald etwas Besonderes. "So etwas erlebt man leider in der Stadt nicht", bedauert der Zwickauer. Das Programm aus traditionellen und modernen Melodien der 25 Musiker aus Thum kam bei den Besuchern wieder gut an. "Der gemischte Besucher-Chor beim abschließenden Steigermarsch erzeugte bei vielen einfach Gänsehaut", ist Christian Sehm überzeugt.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...