Drei Bäder in Brünlos und ein besonderes Jubiläum

Freibäder sind Kleinode. Generationen haben hier ihre ersten Schwimmversuche unternommen, die Seele baumeln lassen.  Und sie sind eine Fundgrube für Chronisten. Auch der Zwönitzer Ortsteil kann eine bewegte Badgeschichte aufweisen.

Brünlos.

 Die Freibad-Geschichte in Brünlos ist mit vielen Daten gespickt.  Heimatforscher Gunter Lasch befasst sich damit ausführlich und hat jetzt auf ein Datum aufmerksam gemacht, dass sich bereits im vergangenen Jahr zum 50. Mal gejährt hat: Die Badeinweihung Anfang Juli 1967. Ohne die Enthusiasten von damals gäbe es  heute kein Brünloser Bad, sagt er.

Dabei ist der Anfang der Brünloser Badgeschichte einige Zeit früher datiert:  "Spricht man vom öffentlichen Baden in Brünlos, muss man einen Zeitraum von mehr als 80 Jahren und drei Bäder betrachten", so Gunter Lasch. Das erste Bad an der Stelle des einstigen Göthel-Teichs, bereits dem Ort des heutigen Freibades, entstand mit viel Engagement der Dorfbewohner in den Jahren 1932 bis 1935. Seit den 1950er-Jahren wurde es nicht mehr genutzt. Brünlos war ohne Freibad. Thalheim, wo es eine Anlage gab, die in der Region ihresgleichen suchte, bot sich als eine Alternative.

Riesengroß war dann der Enthusiasmus der Brünloser, beim Bau des zweiten Freibades in den Jahren 1963 bis 1967 mit anzupacken. Ortsvorsteher Dieter Krebs erinnert sich noch gut an die Arbeitseinsätze, bei denen gefühlt ganz Brünlos auf den Beinen war. Jugendliche halfen mit genauso wie die ältere Generation. "Schulkinder sammelten Altstoffe und steuerten manche Mark bei", so Gunter Lasch "Trotz der damals unumgänglichen ideologischen Überfrachtung solcher Aktivitäten stellte dieses Vorhaben eine wohltuende Ausnahme dar, weil der Badbau jedem im Dorf als sinnvolle Maßnahme einleuchtete und das Ergebnis auch jedem zugute kam", sagt Gunter Lasch.

Der Bau war damals eine Herausforderung. Es mangelte an vielem. Es gab zum Beispiel kaum einen Betonmischer und schon recht keinen Fertigbeton, so Gunter Lasch. Also wurde mit der Schaufel ein entsprechendes Gemisch aus Sand, Zement und Wasser hergestellt. Wegen Material-Lieferproblemen hätten sich die Bauarbeiten zudem immer wieder verzögert. Schließlich wurde mit einer Festwoche gefeiert. Sie gipfelte in einem Festumzug durchs Dorf und der Einweihung des Freibades, das zum Beispiel über 50-Meter-Bahnen und einen Drei-Meter-Turm verfügte.

Auch dieses zweite Brünloser Bad ist irgendwann in die Jahre gekommen und musste 1994 aus hygienischen Gründen geschlossen werden. 1995 bis 1996 entstand unter Regie des Stollberger Bauamtes - Brünlos befand sich damals in einer Verwaltungsgemeinschaft mit Stollberg - das dritte Brünloser Bad. "Da waren dann nicht mehr das Material und die Arbeitsleistung das Problem, sondern das Geld", erinnert sich Dieter Krebs. Mit Krediten und Fördermitteln sei der Bau finanziert worden.

Die Freizeitoase  in der Volkshausstraße wird heute von der Stadt Zwönitz, dessen Ortsteil Brünlos ist, verwaltet. Die Stadt trägt Sorge dafür, dass in dem beheizten Bad mit den verschiedenen Bereichen für Alt und Jung alles intakt ist. In den Händen der Firma S + F Sport und Freizeit, einer Tochterfirma der Stadtwerke Annaberg-Buchholz, liegt während der Saison die Aufrechterhaltung des Badbetriebes.


Öffnungszeiten

Freibad Brünlos, Volkshausstraße, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 12 bis 20 Uhr und Samstag, Sonntag sowie in den Ferien von 9 bis 20 Uhr. Eintritt: 2,50 Euro Erwachsene, 1,50 Euro Kinder, ab 17 Uhr: 1,50 Euro/1 Euro Kinder.

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