Ein Blind Date zum Tag der Bibliotheken

Unter dem Motto "Blind Date mit einem Buch" haben sich Leser in der Stadtbibliothek Stollberg ein Buch ausleihen können, von dem sie weder Titel noch Autor kannten.

Stollberg.

In der Stadtbibliothek Stollberg sah es am Donnerstag ein bisschen aus wie zu Weihnachten: Auf den Tischen lagen in Packpapier verpackte Bücher. Auf jedem Päckchen ließen nur drei, vier Stichworte erahnen, welche Art Literatur darin verborgen ist. Jeder erwachsene Leser durfte sich ein solches Päckchen ausleihen. Angeregt hat die Aktion unter dem Titel "Blind Date mit einem Buch" Sarah Ullmann. Die 29-jährige hat ihre Ausbildung in der Bibliothek im Tietz Chemnitz absolviert und danach sieben Jahre in Cham (Oberpfalz) gearbeitet. Seit Juli ist sie eine von fünf Mitarbeitern der Stadtbibliothek Stollberg. Die Idee für das "Blind Date mit einem Buch" hat sie aus der Oberpfalz mitgebracht, und sie erklärt das Anliegen: "Damit wird eine besondere Spannung erzeugt, denn ausgepackt werden darf das Buch erst zu Hause."

Angesprochen sind nur Erwachsene Leser. Ullmann: "Dass die Aktion für Kinder gemacht wird, habe ich noch nicht erlebt. Das wäre allerdings auch viel aufwendiger und schwieriger, weil man mit drei Altersstufen arbeiten müsste." Aber auch das Blind Date für erwachsene Leser braucht freilich etwas Vorarbeit. "Zuerst haben wir alle gemeinsam die Romane ausgesucht, dann habe ich alles eingepackt", so Sarah Ullmann. Nur einige Stichworte weisen darauf hin, welchem Genre der Lesestoff zuzuordnen ist. Von Krimi bis Liebesroman, von Neuerscheinung bis Klassiker reicht das Spektrum.

Doch auch wenn es hübsch anzuschauen ist, warum sollte man überhaupt ein verpacktes Buch ausleihen? Ullmann: "Das Besondere ist, dass in zehn Päckchen ein Gutschein für einen Einkauf im Buch- oder Teeladen steckt." Deshalb durfte auch jeder nur ein verpacktes Buch mit nach Hause nehmen. Bibliotheksleiterin Beate Schaub betont: "Wir machen zum Tag der Bibliotheken jedes Jahr etwas." Ob das Blind Date im nächsten Jahr wiederholt wird, kann Sarah Ullmann nicht sagen: "Das kommt darauf an, was es bis dahin noch an Ideen gibt."

Ausgetauscht wird sich dabei nicht nur innerhalb der Bibliothek, sondern zwischen den Bibliotheken.

Die Stollberger Tradition, den Tag der Bibliotheken jedes Jahr mit besonderen Aktionen zu feiern, findet Sarah Ullmann richtig gut: "Der Tag ist für eine Bibliothek genauso so wichtig, wie der Tag des Buches im April und der Vorlesetag im November. Man muss Präsenz zeigen. Mit solchen Aktionen sagt man auch: Uns gibt's!"

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