Ein hart erarbeitetes Stück Alltag auch in schwierigen Zeiten

Stollenaktion: Die sieben Schwestern der Tagespflege Lauckner-Kempf vermitteln ihren Gästen Geborgenheit und Struktur gleichermaßen. Dazu musste nun auch umgeräumt werden.

Marienberg.

Anfang Januar 2017 ist die neu gebaute Tagespflege Lauckner-Kempf in Marienberg eröffnet worden. Seither besucht auch die Mutter von Carmen Wohlgemuth aus Gelobtland die Einrichtung. "Ich schätze es ganz sehr, dass die Gäste dort niveauvoll beschäftigt und betreut werden, die Mitarbeiterinnen jede Menge Geduld aufbringen und auf jeden Gast individuell eingehen. Wie in einer Familie. Und das alles auch jetzt in der angespannten Corona-Situation", sagt Carmen Wohlgemuth, die sich dafür mit einem süßen Stollen-Dankeschön von "Freie Presse" und der Zschopauer Bäckerei Nestler bei den Schwestern bedankte.

Kristin Tanzmann, die Pflegedienstleiterin der Tagespflege, reagierte völlig überrascht auf den Besuch. Gemeinsam mit sechs weiteren Kolleginnen kümmert sie sich wöchentlich von Montag bis Freitag um bis zu 26 Tagesgäste. Für die Besucher war die angeordnete Schließung der Tagespflege-Einrichtungen Mitte März ein großer Einschnitt in ihr Leben, erzählt Kristin Tanzmann. Viele Angehörige hätten sich danach mit ihr hilfesuchend in Verbindung gesetzt. Zum einen, weil sie mit der Pflege zuhause überfordert waren, und zum anderen, weil ihnen die Gesellschaft anderer Senioren fehlte, sie sich einsam fühlten. Die Pflegebedürftigen, so die Leiterin weiter, brauchen einen strukturierten Tagesablauf und konnten es nicht verstehen, dass sie die Tagespflege nicht mehr besuchen durften. "Ich habe deshalb Mitte April beim Sächsischen Sozialministerium eine Notbetreuung beantragt und auch genehmigt bekommen", so die Leiterin. Kurze Zeit später durfte sie wieder eine begrenzte Anzahl Gäste begrüßen. "Im Sommer hatte sich die Lage fast normalisiert. Wir haben Ausflüge unternommen und ein Sommerfest in unserem Außenbereich veranstaltet", erinnert sich Kristin Tanzmann.

Deutlich gestiegen ist der Mehraufwand dann seit Ende September durch die nochmals erhöhten Hygiene- und Präventionsmaßnahmen. Zunächst wurde das Mobiliar in der Tagespflege umgestellt, damit die Abstände gewährleistet sind. Permanent werden die Räume der Tagespflege nun umfassend desinfiziert und regelmäßig durchlüftet. Auch die tägliche Kontrolle der Gäste auf Krankheitssymptome gehört dazu. "Im Vordergrund steht, dass wir den Senioren einen halbwegs normalen Alltag schaffen", sagt Kristin Tanzmann. Erschwert wird dies beispielsweise durch die FFP2-Masken, die die Mitarbeiter ganztägig tragen. Dies alles nehmen die Mitarbeiterinnen aber zum Schutz ihrer Gäste gern auf sich. "Wir tun alles dafür, damit unsere Einrichtung nicht wieder schließen muss", bekräftigt Kristin Tanzmann. Den Stollen hat sie noch am selben Tag angeschnitten: "Die Mitarbeiterinnen haben ihn sich zusammen mit den Tagesgästen schmecken lassen."

Aufruf Wer soll für seinen außergewöhnlichen Einsatz in dieser Corona-Zeit einen Dankes-Stollen bekommen? Vorschläge nimmt die "Freie Presse" per E-Mail und unter Ruf 03733 141-13141 entgegen. Wir bitten, eine kurze Begründung sowie eine Telefonnummer als Kontakt mitzuschicken. red.annaberg@freiepresse.de

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