Ein Querschnitt sächsischer Kunst

Vor zehn Jahren haben Holger und Jörg Seifert eine Kunststiftung ins Leben gerufen. Die Galerie im Heinrich-Hartmann-Haus gibt erstmals einen umfassenden Einblick in die entstandene Sammlung.

Oelsnitz.

Etwa 60 Werke von ebenso vielen Künstlern aus Sachsen werden in der neuen Ausstellung im Heinrich-Hartmann-Haus gezeigt. Es ist ein Mix, der wegen dieser Vielfalt nur unter großer Mühe für eine Ausstellung zusammengestellt werden konnte. Genau darin liegt das Besondere. Erstmals wird die vor zehn Jahren ins Leben gerufene Stiftung Seifert repräsentativ vorgestellt. "In dieser Sammlung sind ausnahmslos wichtige Personen verankert", sagt Galerieleiter Alexander Stoll. "Es ist ein Querschnitt sächsischer Kunst." Bekannte Namen wie Heinz Tetzner, Klaus Hirsch, Carlfriedrich Claus und Dagmar Ranft-Schinke sind ebenso zu finden wie hochinteressante Künstler, die beim breiteren Publikum weniger bekannt sind. So sind etwa die Annaberg-Buchholzerin Annerose Leiter (1940-2005) mit kraftvollen Wachskreidearbeiten vertreten und der 1997 verstorbene Harry Zabka mit markanten Holzschnitten.

Ins Leben gerufen haben die Brüder Holger und Jörg Seifert aus Annaberg ihre Stiftung nach dem Tod ihres Vaters, der ein Förderer der Kunst war. Ihr Ziel ist es, zeitgenössische Kunst zu sammeln und für die Allgemeinheit bewahren. Ein Metier, dem sich Privatleute inzwischen kaum mehr widmen. "Ich höre oft von Künstlern, dass es zu wenige Sammler gibt, und ich wage zu behaupten: Das stimmt", so Stoll.

Binnen zehn Jahren haben Holger und Jörg Seifert mehrere Hundert Exponate zusammengetragen. Teils wurden sie von den Zinsen des Stiftungskapitals gekauft, teils handelt es sich um Schenkungen. Als Leiter des Annaberger Kunstkellers hat Jörg Seifert besten Einblick in die hiesige Kunstszene, kennt viele Künstler persönlich. Doch wie jede private Sammlung ist auch diese Stiftung von der Passion der Sammler und deren subjektiven Vorlieben geprägt. Neben der regionalen Verankerung gibt es weitere verbindende Elemente: Auffallend ist eine große Zahl von Arbeiten mit expressionistischen Einschlag. Zudem sind eine ganze Reihe an Porträts zu finden.

Spannend ist die Vielfalt an Materialien und Techniken. Es gibt Pastelle und Aquarelle, Tuschezeichnungen und Collagen, Lithografien und Holzschnitte. Zudem werden einige Skulpturen gezeigt, darunter ein männlicher Bronze-Torso des Leukersdorfer Bildhauers Volker Beier und die Holzskulptur "Mutter mit Kind" von Thomas Suchomel (Altenburger Land).

Anlässlich des Stiftungsjubiläums und der Ausstellung ist zudem ein Katalog entstanden. Die im Heinrich-Hartmann-Haus Oelsnitz und im Kunstkeller Annaberg erhältliche Publikation gibt einen Überblick über die derzeit 70 in der Sammlung vertretenen Künstler und ihre Werke.

Die Ausstellung "Einblicke - 10 Jahre Stiftung Seifert" wird am Freitag, 19 Uhr im Heinrich-Hartmann-Haus eröffnet. Die Schau ist bis zum 7. Oktober jeweils donnerstags von 9 Uhr bis 17 Uhr, freitags bis sonntags von 14Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Als Begleitveranstaltung ist unter anderem am 7. September eine Lesung mit dem Oelsnitzer Peter Fröhlich geplant. Sie beginnt 18.30 Uhr. Am 30. September beginnt 16 Uhr eine öffentliche Führung.

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