Eisenbahnfans recherchieren nicht nur - sie packen auch an

Am Samstag zeigen Schüler im früheren Bahnwärterhaus das bisherige Ergebnis ihrer Spurensuche rund um den Lugauer Bahnhof. Dafür haben sie nicht nur alte Unterlagen gewälzt, sondern auch im wahrsten Wortsinn Eisenbahnrelikte ausgegraben.

Lugau.

Das Angebot war ein Glücksfall, hat den Lugauer Eisenbahnfreunden aber auch einige Arbeit gebracht: Nachdem in der "Freien Presse" ein Beitrag über ihre Spurensuche zum Lugauer Bahnhof erschienen war, meldete sich der Eigentümer des ehemaligen Lugauer Bahnwärterhauses bei den Schülern und bot ihnen das Gebäude zur Präsentation an, erzählt Sebastian. Der Lugauer Oberschüler gehört zu den aktuell acht Jungen zählenden Eisenbahnenthusiasten, die umfangreich zum Lugauer Bahnhof recherchiert haben. Natürlich nahmen die Jugendlichen um Streetworker "Fritz" Holger Junghans das Angebot an - und verbrachten in der Folge in den vergangenen Wochen viel Freizeit damit, die Räume malermäßig für ihr Vorhaben herzurichten.

Unternehmen aus der Region haben sie mit Farbe und Lampen unterstützt, erzählt der Streetworker, das Stollberger Gymnasium stellte 20 Rahmen zur Verfügung und der Lugauer Verein "Gemeinsam stark" half beispielsweise, das Plakat an der Fassade anzubringen, das auf ihr Projekt hinweist. Aber auch Lugauer Bürger haben geholfen, indem sie den Fundus der Jungs auffüllten. So wurden der Sommerfahrplan von 1976, Monats- und Fahrkarten oder auch historische Filme abgegeben. Tim erzählt, dass er im Blumengeschäft gegenüber angesprochen wurde und alte Postkarten bekam, sein Nachbar steuerte eine CD mit Fotos von 2007 bei. "Wir sind auch im Kreisarchiv in Pfaffenhain gewesen, von dort sind die meisten Fotos", erzählt Pascal. Und stolz zeigen sie zwei alte Gleisstücke, die sie im Bahnhofsgelände ausgegraben haben - eins von 1894, das andere von 1910. Zu ihren Fundstücken zählt auch eine alte Gleisschraube sowie das Gewicht einer Weichenstellanlage. Sebastian hat zudem ein 15-minütiges Filmdokument geschaffen, das den Bogen von der Eröffnung des Bahnhofs bis heute spannt.

Am Samstag ist es nun das erste Mal möglich, sich die Ergebnisse ihrer bisherigen Recherchen anzuschauen. Die Jungen wollen von ihrem Projekt berichten und durch die Ausstellung führen.

Das ist dann zugleich eine Art Generalprobe für den 22. November - wenn die Jungen zu den 15. Jugendgeschichtstagen in den Landtag eingeladen sind, um ihr Projekt vorzustellen. Das hängt damit zusammen, dass ihre "Spurensuche" von der Sächsischen Jugendstiftung gefördert und somit vom sächsischen Sozialministerium mit 1250 Euro unterstützt wird.

Die Ausstellung im Lugauer Bahnwärterhaus, Am Bahnhof 2, hat den Titel "Der Lugauer Bahnhof Gestern und Heute" und ist am Samstag, 11 bis 18 Uhr geöffnet. Später kann die Ausstellung nur nach Vereinbarung unter Ruf 0173 9067985 besichtigt werden.

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