Erlebniswanderung führt auch an Grube "Gottes Wille" vorbei

Am Sonntag findet zum 51.Mal eine Wanderung mit der "Freien Presse" Stollberg und dem Kulturbetrieb statt. Ziele sind diesmal historische Orte in Thalheim - wie das alte Bergbaurelikt oder ein Steinernes Sühnekreuz.

Thalheim.

Bei der 45. Erlebniswanderung im Herbst 2017 war es für ihn noch eine Premiere, am kommenden Sonntag tritt der Thalheimer Steven Oesen nun zum zweiten Mal bei einer Erlebnistour von "Freie Presse" Stollberg und dem Kulturbetrieb des Erzgebirgskreises auf. Wie schon 2017 teilt er sich die Aufgabe mit Michael Weißbach, der als Mitglied der Arbeitsgruppe Stadtmarketing Erfahrungen mit Führungen in Thalheim hat.

Noch während der Herbsttour 2017 hatten die beiden beschlossen, eine weitere Erlebniswanderung zu veranstalten - und mussten Cornelia Lange vom Team des Lugauer Kinder- und Freizeitzentrums, das die Erlebnistouren im Auftrag des Kulturbetriebs organisiert, nicht lange überreden.

Die nun am Sonntag stattfindende etwa neun Kilometer lange Wanderung kennt Steven Oesen gut, ist sie doch eine seiner Hunderunden mit Lilly, seiner vierbeinigen Begleiterin. Die Route führt unter anderem am Jägerhorn - einem historischen Platz, der wohl einst Start- oder Sammelplatz für Jäger war - zur Forzbachl-Quelle und zum von diesem wenige hundert Meter entfernten Schwarzen Kreuz, das einst als Sühne für einen hier erschlagenen Abt errichtet worden sein soll. Auch der Steinbruch am Eisenweg ist in die Runde integriert.

Ein Höhepunkt ist für Steven Oesen aber auf jeden Fall die Grube "Gottes Wille", die seit 1994 durch den Bergbauverein Thalheim betrieben wird. Von 1995 bis 1998 wurde der stark verbrochene Mundlochbereich des "Wille Gottes Stolln" gesichert und wieder freigelegt. Mit dieser Anlage, in deren unmittelbarer Nähe auch eine Schutzhütte steht, wurde ein Stück Thalheimer Heimatgeschichte vor dem endgültigen Vergessen bewahrt. Der 1799 erstmals erwähnte und in vier Strecken gegliederte etwa hundert Meter lange Stollen diente einst dem Erzabbau und der Lagerstättenerkundung. Oesen und Weißbach können Interessantes zur Historie des Stollens berichten, ein Betreten wird aber vermutlich nicht möglich sein. Wie Klaus Schröpel vom Bergbauverein gestern sagte, seien die Vereinsmitglieder terminlich nicht in der Lage, an dem Tag eine Führung anzubieten.

Das sei normalerweise viermal im Jahr bei einem Tag der offenen Tür und an anderen Terminen auf telefonische Anfrage hin möglich. Für eine so kleine Anlage sei die Nachfrage doch schon groß, sagt Schröpel. Wer bei der Wanderung am Sonntag Lust bekommen hat, sich den Stollen näher anzuschauen: Am Nachmittag des 4.Mai ist dazu wieder Gelegenheit, dann findet der nächste Tag der offenen Tür des Bergbauvereins statt.

Steven Oesen macht für die Wanderung am Sonntag noch darauf aufmerksam, dass infolge der zurückliegenden Stürme im Wald gearbeitet wird, sodass der Zustand der Wege aktuell nicht der beste ist. Aber festes Schuhwerk sei für Wanderer ja sowieso selbstverständlich, meint der 38-Jährige.


Tourdaten

Die 51. Erlebniswanderung findet am Sonntag, dem 14. April statt. Treffpunkt ist um 10 Uhr auf dem Reiterplatz in Thalheim - das ist der Parkplatz oberhalb des Stadtparks an der Stadtbadstraße. Die Wertbonsfür die Roster, die zur großen Rast angeboten werden, müssen am Start erworben werden.

Es ist keine Anmeldung erforderlich. Das Entgelt für die Teilnahme beträgt zwei Euro, Kinder bis 12 Jahre laufen kostenlos mit. Jeder Wanderer erhält eine Teilnahmeurkunde.

Ausblick auf die Sommertour: Die 52. Erlebniswanderung führt am 11.August in die Bergbaulandschaft Neustädtel. Treff ist 10 Uhr an der Bushaltestelle Wolfgangmaßen in Schneeberg. (vh)

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