Erzgebirgerin lockt es nach Radebeul

15 Jahre hat Gabriele Lorenz die Kultur in der Stadt Annaberg-Buchholz mitgeprägt, seit 2007 ist sie Vorsitzende des Erzgebirgsvereins. Jetzt hat sie sich eine neue Herausforderung gesucht, ihr Herz hängt aber am Erzgebirge.

Aue/Schwarzenberg.

Piazza, Fête de la musique und Konzertmittwoch im Erzhammer sind nur einige der Veranstaltungen, die Gabriele Lorenz in Annaberg-Buchholz etabliert hat. 15 Jahre hat sie die städtische Kulturlandschaft maßgeblich mitgeprägt. Davon viele Jahre als Kulturmanagerin. Nun der große Abschied: Sie verlässt Annaberg-Buchholz und geht nach Radebeul, die einwohnerstärkste Stadt im Landkreis Meißen, und wird dort Kulturamtsleiterin. Den Vorsitz des Erzgebirgsvereines will sie allerdings behalten. Den hatte sie 2007 übernommen. "Unsere Zweigvereine sind bis nach Geising im östlichen Erzgebirge verstreut und das ist ja nur wenige Kilometer weg von Radebeul", sagt sie. Zudem sitzen wichtige Partner des Vereines ohnehin in Dresden. Deshalb will sie, solange es mit ihrer Arbeit vereinbar ist und es ihre Kraft erlaubt, die Geschicke des Erzgebirgsvereines lenken und leiten.

Für die neue Herausforderung hat sie sich bewusst entschieden. So wie vor 15 Jahren, als sie ihre Arbeit in der Kulturabteilung der Französischen Botschaft in Berlin aufgegeben hat, um wieder ins Erzgebirge zu gehen. Ihre Heimat, in der sie 1961 geboren wurde - in Bad Schlema - und einige Jahre ihrer Kindheit verbracht hat - in Lauter. Jahre, die sie geprägt haben, wie sie sagt.

"Ich habe ziemlich schnell Fuß gefasst", erinnert sich Lorenz. Auch wenn sie anfangs durchaus misstrauisch von den Einheimischen beobachtet worden sei, weil sie doch aus Berlin kam und so fein sprach. Und so wurden nicht nur etablierte Formate wie Schnitzer- und Klöppeltage weitergeführt und behutsam neu konzipiert, sondern auch neue Impulse gesetzt. "Mein Anspruch war und ist es, allen Generationen den Zugang zu Kultur zu ermöglichen - unabhängig vom Geldbeutel." Deshalb müssen für sie Kulturzentren wie der Erzhammer auch immer Orte der Begegnung und des Austausches sein. Wichtig war und ist ihr die kulturelle Bildung, in der sie vor allem als Leiterin der Stadtbibliothek eine wichtige Aufgabe gesehen hat.

Sie freut sich auf die neue Aufgabe in der "Stadt zum Genießen", in der nahezu jedes Wochenende etwas los ist und in der sie auf eine "große Basis" aufbauen kann. Es gibt Stadtgalerie und Kulturbahnhof, eine Sternwarte, Puppentheaterfest und Karl-May-Festspiele - "besondere Feste, wo viele Menschen zusammengekommen". Die Nähe zu Dresden wirkt dabei zusätzlich inspirierend für die bekennende Europäerin und Weltbürgerin, die seit jeher eine besondere Liebe zu Frankreich verbindet. Nicht erst, seit sie an der Universität in Nancy unterrichtet hat - nach ihrem Studium der Romanistik, Germanistik und Ethnologie in Mainz, dass sie mit dem Doktortitel abgeschlossen hat.

Bei aller Weltoffenheit schlägt ihr Herz auch für das Erzgebirge - ihre "wiedergefundene Heimat". Und so will sie auch in Annaberg-Buchholz wohnen bleiben.

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