Erzgebirgskrimi thematisiert die Folgen eines Sturms

In ihrem neuen Erzgebirgskrimi erzählt Anett Steiner eine ganze Reihe fiktiver Verbrechen. Dreh- und Angelpunkt des Buches "Splitternacht" ist jedoch ein reales Ereignis: Das Sturmtief Fabienne, das im September 2018 die Heimat der Brünloser Autorin verwüstet hat.

Brünlos.

Den Titel Erzgebirgskrimi fasst die Brünloser Autorin Anett Steiner in ihrem neuen Buch "Splitternacht" so weit es nur irgend geht: Die Handlung zieht sich durch die gesamte Region von Stollberg bis Annaberg, von Oberlungwitz bis Schlettau. Zudem steht nicht ein einzelnes Verbrechen im Mittelpunkt. Stattdessen verknüpft Steiner eine ganze Palette von Straftaten der Vergangenheit oder Gegenwart, die von verschiedenen Personen geplant oder verübt werden.

Zusammengehalten wird all das von zwei Konstanten: Die Handlung spielt in einem kleinen Zeitfenster rund um einen verheerenden Sturm, und die Fäden der einzelnen Stränge werden durch Hauptkommissar Ralf Lorenz miteinander verknüpft. Bei der Beschreibung des Sturms hat Anett Steiner die Ereignisse des Sturmtiefs Fabienne verarbeitet, der am 23. September 2018 über das Erzgebirge hinweggezogen ist. "Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, könnte ich es mir gar nicht vorstellen", räumt sie ein.

Den Protagonisten kennen Leser bereits aus früheren Büchern von Steiner. Inzwischen hat sich der Chemnitzer Ermittler Lorenz als feste Größe der Autorin etabliert, was ihr auch das Schreiben erleichtert: "Eine Serie hat den Vorteil, dass ich die Hauptfiguren nicht neu erfinden muss." In Bezug auf das Privatleben des Ermittlers schließt sich das neue Buch nahtlos an den erst im Frühjahr erschienenen Band "Herzgrube" an. Formal allerdings gibt es einen deutlichen Unterschied. Nachdem Steiner mit "Herzgrube" ihren ersten klassischen Kriminalroman vorgelegt hatte, nutzt sie jetzt innerhalb des Romans ihre Erfahrung als Autorin kurzer Texte. Statt einer durchgehenden Handlung werden parallel mehrere Episoden geschildert, die am Ende mehr oder minder miteinander verbunden sind.

Die in sich geschlossenen Einzelstränge waren für die ungewohnt schnelle Fertigstellung des Buches ein Vorteil: "Die Umsetzung hatte ihre Tücken, es ist mir aber leichter gefallen als ein normaler Roman. Da kommt der Kurzgeschichtenschreiber in mir durch."

Entsprechend vielgestaltig sind die Geschichten. Da gibt es einen alten, ungeklärten Fall, der dem Ermittler keine Ruhe lässt. Ein Mann will seine Gattin ermorden. Es werden die Geschichten eines Banküberfalls, einer Unterschlagung sowie eine kriminelle Mutprobe junger Männer erzählt. Dazu gibt es eine ordentliche Portion an Mystik und Emotionen. "Ich denke, dass ich an den Büchern wachse. Die Hauptfiguren haben inzwischen ein eigenes Leben", sagt Steiner.

Für die Autorin erfolgte die Publikation ihres Buches letztlich schneller als geplant, denn eigentlich war die Veröffentlichung erst für das Frühjahr 2020 angepeilt. "Der Verlag wollte es dann noch dieses Jahr veröffentlichen." Eine Herausforderung, denn Anett Steiner arbeitet als Orthopädietechnikerin und hat ein kleines Kind. "Ich schreibe, wenn der Kleine im Bett ist." Ansporn sind ihr die Reaktionen der Leser, die sich inzwischen sogar ins Leben des Protagonisten einmischen. "Ein Leserwunsch war es, dass Ralf Lorenz auch mal eine Affäre hat." Anett Steiner machte es möglich: "Dazu musste ich mich nicht verbiegen. Eine Liebelei passt zu seiner Eigenart."

Das Buch "Splitternacht" ist im Verlag Bild und Heimat erschienen. Es umfasst 208 Seiten und kostet 9,99 Euro. Erhältlich ist es unter anderem in den "Freie Presse"-Shops. Anett Steiner stellt das Werk am 24. Januar im Stampfencafé in Dorfchemnitz und am 14. Februar in der Stadtbibliothek Annaberg vor. Die Zeit des Beginns der Lesungen steht derzeit noch nicht fest.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...