Erzgebirgssparkasse schließt drei SB-Standorte

Das Kreditinstitut wird in Leukersdorf, Lößnitz und Thalheim das Angebot für alle Kunden zum Geldabheben reduzieren. Auch ein Cash-Cube wird verschwinden, der erst im Jahr 2014 aufgestellt worden ist. Warum?

Leukersdorf/Thalheim.

Im Jahnsdorfer Ortsteil Leukersdorf wird der rote Cash-Cube, der vor etwa fünf Jahren an der ehemaligen Bundesstraße aufgestellt worden ist, wieder abgebaut. Das hat jetzt die Erzgebirgssparkasse bestätigt. Der Würfel, der einst als Ausgleich für die geschlossene Sparkassen-Filiale in Leukersdorf installiert worden war, rechne sich nicht, argumentiert Sparkassen-Sprecher Andre Leonhardt. "Zum Jahreswechsel 2019/20 schließen wir auch den SB-Standort in Thalheim an der Bergstraße sowie Ende Februar 2020 den in Lößnitz an der Goethestraße."

Die Hoffnungen der Sparkasse auf eine starke Nutzung des Leukersdorder Cash-Cubes hätten sich in keiner Weise erfüllt, so der Sprecher weiter. "Die Anzahl der Auszahlungen liegt auf sehr geringem Niveau und ist in den letzten Jahren sogar noch gesunken, sodass ein wirt-schaftlicher Betrieb des Automaten nicht darstellbar ist." Ähnliches gelte auch für Thalheim und Lößnitz.

Jahnsdorfs Bürgermeister Albrecht Spindler spricht in dem Zusammenhang von "einer deutlichen Einschränkung" für den Ortsteil. "Auf der anderen Seite kann ich auch nicht die Augen vor den Realitäten verschließen: Offenbar wird das Angebot nicht genügend angenommen", sagt Spindler. Er verwies darauf, dass der Ort trotzdem nicht vollends ausgedünnt sei: In Jahnsdorf etwa gebe es ja noch eine Sparkassen-Filiale.

Ähnlich sieht es Thalheims Bürgermeister Nico Dittmann. "Natürlich ist es bedauerlich, dass der SB-Standort wegfällt. Aber ich muss auch sagen: Er wird kaum noch genutzt." Er selbst, so der Bürgermeister, wohne ganz in der Nähe des SB-Standorts. Aber Geld habe er dort fast nie abgehoben. "Von der Sparkassen-Entscheidung geht die Welt nicht unter. Es gibt ja einige Banken bei uns, auch die Sparkassen-Filiale nahe dem Rathaus", so Dittmann weiter.

Laut Sparkassen-Sprecher Leonhardt unterhalte sein Unternehmen im gesamten Erzgebirgskreis mehr als 50 Filialen und knapp drei Dutzend SB-Standorte - weitere aber sollen in absehbarer Zeit nicht geschlossen werden, so der Sprecher.

Leonhardt macht aber auch darauf aufmerksam, dass Bargeld generell auf dem Rückzug sei - Kartenzahlungen etwa im Einzelhandel hätten dagegen deutlich zugenommen. 2018 überstiegen den Angaben zufolge die Zahlungen mit der Giro- oder Kreditkarte erstmals die Zahlungen mit Bargeld. Der Sprecher ist sich sicher: "Dieser Trend wird anhalten und in seiner Dynamik sogar noch zunehmen."

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