Es zählen Stimme, Mimik und Gestik

Eine Woche lang haben in Burkhardtsdorf Mädchen und Jungen für ein Musical geprobt. Am morgigen Freitag ist Premiere.

Burkhardtsdorf.

Ich will weg von Zuhause, von der Arbeit, dem Vater, dem Einerlei des Alltags. Endlich frei sein, das Leben genießen! Die bekannte biblische Geschichte von "verlorenen Sohn", in der ein Kind in die weite Welt zieht, mit dem Kopf durch die Wand will und dabei heftige, nicht nur gute Erfahrungen mit falschen Freunden macht, ist aktuell und passt in die heutige Zeit.

Nachdem die Kinder der evangelisch-lutherischen St. Michaelis Kirchgemeinde Burkhardtsdorf im vergangenen Jahr die Geschichte von "David und Goliath" einstudiert und aufgeführt hatten, wählten die Gemeindepädagogin Silvia Schuck und Kantor Marcus Schreiber als aktuelles Projekt für die Herbstferien das 40-minütige Mini-Musical "Der verlorene Sohn" aus. Um ein solch anspruchsvolles Kindermusical in nur einer Woche auf die Beine zu stellen, benötigt man vor allem viel Motivation, junge Schauspiel- und Gesangstalente - und eine gute Vorbereitung. 24 Kinder, das jüngste ist vier, die ältesten elf Jahre alt, hatten sich für das Projekt gemeldet. Einige sind schon zum zweiten Mal dabei, für andere wird der Auftritt in der Kirche eine komplett neue Erfahrung. Mara hat schon bei "David und Goliath" mitgespielt. Jetzt freut sich die Elfjährige auf die neue Herausforderung. Warum sie beim Musical mitmacht? "Hier treffe ich jeden Tag meine Freundinnen und außerdem macht es viel Spaß", so die Schülerin, die für die Rolle der Magd vorgesehen ist. "Schön zu singen ist eine wunderbare Gabe, aber die Kinder müssen sich auch trauen, vor Publikum auf zu treten", so Silvia Schuck.

Damit das mit Wortwitz und eingängigen Melodien kindgerecht gestaltete Musical gelingt, erhielten die Nachwuchs-Darsteller bereits vor der ersten Probenstunde im Pfarrsaal der Kirchgemeinde ein Liederheft und eine CD für zu Hause. "Kinder lernen schnell. Was sie ein-, zweimal gelesen haben, behalten sie in kurzer Zeit. Die Mädchen und Jungen sind begeistert dabei, das Konzept hat sich bewährt. Wir mussten zur ersten Zusammenkunft nicht bei Null anfangen", freut sich Silvia Schuck.

Die Texte haben die Kinder auswendig gelernt, die Dialoge müssen natürlich sitzen. "Es kommt aber nicht nur auf die Worte an, genauso wichtig ist das Gestalten der Spielszenen mit Stimme, Mimik und Gestik, was wir in der Probenwoche intensiv geübt haben", so Schuck. Bei den Liedern dürfen die Chorsänger, wenn nötig, ausnahmsweise auf das Notenblatt schauen. Neben dem Gesang im gemischten Chor treten einige Kinder als Solosänger auf. Zudem schlüpfen auch sie in eine der 17 Rollen, mit denen sie bei den Zuschauern Emotionen wecken wollen. Die zum Musical passenden Kostüme wurden aus dem kircheigenen Fundus zusammengestellt.

Das Musical "Der verlorene Sohn" wird am morgigen Freitag, 17 Uhr in der Kirche Burkhardtsdorf und am 3. November, 10 Uhr in der Kirche Meinersdorf aufgeführt.


Die Geschichte

Der verlorene Sohn fordert vom Vater sein Erbe ein, verlässt den Hof und macht sich ein schönes Leben. Von falschen Freunden wird er ausgenutzt, schnell ist von dem Geld nichts mehr übrig. In seiner Not landet er bei einem anderen Bauern, hütet die Schweine. Inzwischen bettelarm, isst er sogar deren Futter mit. Schließlich entschließt er sich zu einem großen Schritt. Er bittet seinen Vater, der auf dieses Wunder gehofft hat, um Verzeihung und wird so herzlich empfangen wie er es nie erwartet hätte. (wö)

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