Familienchat und Videotelefonie helfen

2020 fällt vieles flach, worauf sich die Menschen in der Vorweihnachtszeit gefreut haben. "Freie Presse" fragte Erzgebirger, wie sie es sich trotzdem schön machen. Es werden moderne Möglichkeiten genutzt, aber auch Traditionen wiederbelebt.

Erzgebirge.

Wie kann man diese schwierige, von Corona dominierte Zeit trotz Kontaktbeschränkungen in Familie erleben? "Freie Presse" hat sich umgehört.

Mittels Familienchat und Videokonferenz möchte Heiko Buschbeck, Geschäftsführer des Lebenshilfewerkes Invitas in Schneeberg, in diesem von Corona geprägten Advent 2020 Kontakt zu seinen Eltern und Kindern, die in Sachsen und Bayern studieren, halten. Er sagt: "Außerdem schicken wir uns ganz klassisch jedes Jahr kleine Päckchen zu." Gemütlich machen es sich die Familienmitglieder beim gemeinsamen Backen und Kochen. In diesem Jahr allerdings in drei verschiedenen Küchen mit gegenseitigem Austausch der Erfolge und der neuesten Ideen per Textnachrichten.

Alexander Krauß, Pressesprecher der Gemeinde Jahnsdorf, ist froh darüber, dass seine Oma im Alter von über 80 Jahren Whatsapp nutzt. "Dadurch können wir uns täglich austauschen und bleiben so in Kontakt" Im Rahmen der Beschränkungen ist ihm trotzdem auch persönlicher Kontakt wichtig. Um die Weihnachtszeit genießen zu können, macht er es sich am liebsten auf dem Sofa gemütlich, mit einer Tasse Früchtetee, einem guten Spiel auf der Playstation und seinem Handy im Flugmodus.

Ebenfalls über Nachrichtendienste, Anrufe sowie Videotelefonie hält Sascha Thamm, Bürgermeister der Gemeinde Neukirchen, Kontakt zu seiner Familie. Mit seinem besten Freund trinkt er auch gerne einmal per Videotelefonie ein Bier oder einen Glühwein zusammen, manchmal auch auf der eigenen Terrasse. Der Ortschef sagt: "Ich habe das Glück, dass ich mit meinen liebsten Menschen, meiner Frau sowie meinen drei Kindern, unter einem Dach lebe und sie somit ständig um mich herum habe." Gemütlich macht er es sich am liebsten mit einem Räucherkerzchen, erzgebirgischem Stollen und Weihnachtsliedern am traditionellen Kaffeetisch. Außerdem schaut er gerne zusammen mit seinen Kindern Familienfilme an.

Rico Bochmann, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Adorf, vermisst die erzgebirgischen Traditionen sowie den Kontakt zu Freunden und Bekannten in diesem Jahr schmerzlich. Umso öfter greift er in diesem Jahr zum Telefon, um den Kontakt zu ihnen dennoch bestmöglich aufrechtzuerhalten. Zudem hat er auch sein Haus wieder festlich geschmückt, jedes Jahr kommen ein paar neue Lichter dazu. Er sagt: "Die große Weihnachtspyramide, die mein Urgroßvater 1930 gebaut hat, dreht sich jeden Abend und erinnert mich daran, dass er schon viel schwierigere Zeiten durchlebt hat."

Auch Heike Schreiter, Leiterin von Eltern-Kind-Kursen im Familienzentrum Annaberg-Buchholz, hält im Rahmen der Kontaktbeschränkungen persönlichen Kontakt zu ihren engsten Verwandten. Sie sagt: "Wir haben zudem eine alte Tradition wieder zum Leben erweckt und schreiben uns regelmäßig Karten." Außerdem habe sie wieder das gesamte Haus beleuchtet, in jedes Fenster wurde ein Schwibbogen gestellt. Bis die Dekoration wieder weggeräumt wird, circa zwei Wochen nach Weihnachten, ist somit für viel Gemütlichkeit gesorgt. "Des Weiteren mache ich auch zusammen mit meinem Mann regelmäßig Abendspaziergänge und genieße die beleuchteten Häuser und Straßen."

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