Feuerwehr bekommt für Chemieunfälle neues Fahrzeug

Der Erzgebirgskreis stellt zwei Gerätewagen für Gefahrguteinsätze in Dienst. Einer davon ist in Oelsnitz stationiert. Was heißt das für die Einsatzkräfte dort?

Oelsnitz.

Im Vorbeigehen wischt Marleen Clauß einen Fussel von der Laderampe des neuen Gerätewagens für Gefahrguteinsätze. Eine kleine Bewegung, die jedoch die Wertschätzung der Oelsnitzer Wehrleiterin für ihren Wagenpark ausdrückt - neben den Einsatzkräften der wichtigste Teil ihrer Wehr. Der Iveco Daily mit Kastenaufbau ist vergangene Woche in Annaberg-Buchholz offiziell übergeben worden. In Betrieb genommen wird der Wagen Anfang kommenden Jahres. "Wir warten noch auf einige Teile für die Beladung", sagt Marleen Clauß. Bis dahin bleibt der bisherige Transporter im Einsatz.

Marleen Clauß spielt das in die Karten. Zwar gehört das Fahrzeug dem vierten Gefahrgutzug des Erzgebirgskreises an, doch besetzt ist es mit Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr in Oelsnitz. "Wir haben schon drei, vier Wochen Gerätekunde gemacht und werden im Winter nun die Theorie auffrischen", sagt Clauß. "Dazu bieten sich die Winterabende an."

Denn im Gegensatz zum bisherigen Fahrzeug verfügt das neue über einige Funktionen mehr. "Komplett neu ist die Ausrüstung für atomare Gefahren", sagt Clauß. Zudem müssen sich die 34 aktiven Mitglieder der Oelsnitzer Wehr auf mehr und andere Technik einstellen. "Auf dem Wagen sind zusätzliche Pumpen und Auffanggeräte für Gefahrstoffe", sagt Clauß. Zur Ausrüstung, die auf sechs Rollcontainern auf der hinteren Ladefläche und in seitlich angeordneten Schubladen verstaut ist, gehören auch zwei Probenahme-Sätze. Im blauen Rucksack sind die Materialien für biologische Gefahrstoffe und im orange Rucksack sind die Utensilien für chemische Stoffe. Auch diverse Mess- und Warngeräte sind neu. Natürlich gehören auch Schutzauszüge.

Der Gerätewagen gehört zum vierten Gefahrgutzug des Erzgebirgskreises, der für den Regionalbereich Stollberg zuständig ist. Stationiert sind die unterschiedlichen Fahrzeuge in Gablenz, Oelsnitz, Thalheim und Zwönitz. Der Landkreis hat ein zweites Fahrzeug dieser Art bei der Freiwillige Feuerwehr Sehma stationiert. Für die Autos hat der Landkreis rund 540.000 Euro investiert. 302.000 Euro davon hat der Freistaat zugeschossen.

Wenn der Gefahrgutzug alarmiert werden, treffen sich die verschiedenen Fahrzeuge am Einsatzort. Neben dem Gerätewagen Gefahrgut umfasst der vierte Gefahrgutzug ein Dekontaminierungsfahrzeug, zwei Mannschaftstransportwagen, ein Erkundungsfahrzeug und die Einsatzleitung. In der Hauptsache wird der Zug bei Lkw-Unfällen mit Gefahrgutladung oder in Unternehmen, wo etwas mit chemischen Substanzen schief gegangen ist. "In solchen Firmen machen wir regelmäßig Begehungen und arbeiten eng zusammen", sagt Clauß. Aufgabe des Gefahrgutzuges ist vornehmlich der Schutz von Natur und Sachwerten. Um die Menschenrettung kümmern sich die regulären Einsatzkräfte.

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