Feuerwehren wappnen sich gegen Hitzewelle

Mit anhaltender Trockenheit steigt auch die Brandgefahr in Wäldern sowie auf Feldern und Wiesen. Wie ist aktuell die Lage?

Stollberg.

Die Oelsnitzer Feuerwehr ist am Montag um 21.50 Uhr wegen Rauchbildung am Wald an der Pflockenstraße alarmiert worden. Ein Fehlalarm, wie sich vor Ort herausstellen sollte. Der Rauch rührte von einem Lagerfeuer her. Am Wochenende mussten die Stollberger ins Heilige Holz ausrücken, weil dort ein Entstehungsbrand an einer Bank nahe des Heiligen Teichs zu löschen war. "Wir erwarten praktisch jederzeit wegen der Trockenheit einen Alarm", sagt die Oelsnitzer Wehrleiterin Marleen Clauß. Sie habe eigens die Ausbildung umgestellt. "Wir sind kürzlich die Löschwasserentnahmestellen abgefahren", erläutert Clauß. Spezielle Ausrüstung für Waldbrände, wie beispielsweise Wasserrucksäcke oder Patschen, habe die Wehr nicht.

Das hängt mit dem Brandschutzbedarfsplan zusammen. "Waldbrände sind bei uns seit 25 Jahren kein akutes Thema. Deshalb sind sie auch kein definiertes Risiko", erläutert Burkhardtsdorfs Wehrleiter Jörg Spiller. Die Ausrüstung der Wehren richte sich nach dem im Bedarfsplan definierten potenziellen Gefahrenlagen. Der Plan wird in gewissen Abständen fortgeschrieben. "Sollte sich durch den Klimawandel die Situation verändern, muss ich überlegen, ob ich den Bedarfsplan für die Gemeinde anpasse", sagt Spiller. Bis dahin wisse sich die Feuerwehr mit den vorhandenen Mitteln zu helfen.

Im Zwönitztal sei die übergemeindliche Kooperation das Mittel der Wahl. In Burkhardtsdorf, Thalheim und Auerbach stünden Tanklöschfahrzeuge, in Burkhardtsdorf zudem ein Katastrophenschutzfahrzeug mit allerlei Schlauchmaterial. "Da lässt sich im Ringverkehr schon einiges abdecken", sagt Spiller. Einsatztaktisch würde er bei einem Waldbrand wie bei einem Flächenbrand vorgehen. In diesem Bereich sieht Sven Schimmel von der Lugauer Wehr aktuell die größte Gefahr. "Wir haben nicht so viele Waldflächen und können uns da durch ortsübergreifende Zusammenarbeit helfen", sagt Schimmel. Beispielsweise verfüge die Feuerwehr Stollberg über einen Schlauchwagen SW 2000, der über 2000 Meter Schlauch verfüge. Doch der Fokus liege derzeit eher auf Feld- oder Wiesenbränden. Auch Bahndämme seien bei dieser Witterung besonders anfällig. Das trockene Stroh auf den Feldern könne sich in der Erntezeit schon entzünden, wenn die Erntemaschinen darüber fahren. Ebenfalls gefährlich seien achtlos aus dem Fenster geschnipste Zigarettenkippen oder liegengelassene Glasflaschen- und Scherben, die das Sonnenlicht wie eine Lupe verstärken können.

Gestern am Nachmittag versandte der Kreisfeuerwehrverband Erzgebirge eine Fachempfehlung zum Waldbrandeinsatz mit der Bitte um Beachtung in der Ausbildung an die Wehren.

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