Filmabend mit Nachthemd und mit gusseiserner Wärmflasche

Mitwirkende rund um den Auerbacher Film "Früher hat's mehr geschneit" haben sich gemeinsam mit Gästen das Ergebnis angeschaut und sich an die Dreharbeiten erinnert. Bei diesen musste die Musik laut aufgedreht werden.

Geyer/Auerbach.

Es ist eine Überraschung für die Besucher des Campingstübls am Geyerischen Teich gewesen. Es wurde gerätselt, welche Rolle Martin Ruppert, Klaus Drechsler und Michael Barth von der Thalheimer Gruppe "Schluckauf" sowie Sieghard Weißbach in Nachthemd und Schlafmütze und fünf gusseiserne Wärmflaschen mit Gebrauchsspuren in der Hand spielen.

Denn zur Vorführung des Filmes mit dem durchaus augenzwinkernd gemeinten Titel "Früher hat's geschneit" hatte der Produzent des Streifens, Joachim Siegert, einige Mitwirkende sowie Jana und René Klaus eingeladen. Das Ehepaar hat viele Jahre eigene Weihnachtssendungen sowie Beiträge für einen örtlichen TV-Kanal aufgenommen. Entstanden sind interessante und erstaunliche Geschichten über Tradition und Brauchtum im Erzgebirge, über Handwerker und die musikalische Vielfalt in Mundart. Die Themen wählte Jana Klaus selbst aus. Auch der Inhalt der Gespräche stammt aus ihrer Feder.

Eine Reihe von diesen Beiträgen sind nun in Joachim Siegerts Film über Auerbach und der Region zur Winter und Weihnachtszeit zu sehen. Für Jana Klaus war der Film von Joachim Siegert, den sie übrigens in dieser Zusammenstellung zum ersten Mal gesehen hat, sehr emotional und bewegend. "Es sind so viele Erinnerungen an gute Gespräche, witzige Momente und unvergessene Menschen. Ich habe die Arbeit sehr gerne gemacht und keine Sekunde bereut", sagt die Altenpflegerin gerührt. Stolz sind Jana und René Klaus, dass ihre damals vierjährige Tochter Laura mitspielen durfte.

Schmunzelnd erinnerten sich die beiden an die Dreharbeiten mit "Schluckauf" und Sieghard Weißbach. Schelmisch, witzig und mit viel schauspielerischem Talent parodierte die Frohnatur das von den drei Musikern gesungene Lied von der Wärmflasche. Das Original von Albert Schramm und Bernhard Brückner aus dem Jahr 1934 wurde von der Mundartgruppe bearbeitet und in einer Berghütte in Auerbach gesungen. Genau wie die drei Männer war auch Sieghard Weißbach nach der Anfrage von Jana Klaus sofort dabei. "Für solche Sachen sind wir doch immer zu haben", sagt auch Martin Ruppert.

Die Liebeserklärungen an die Wärmflasche wurden im Schlafzimmer der Eheleute gedreht. Das schicke Männernachthemd haben sie auf dem Annaberger Weihnachtsmarkt gekauft, die Schlafmütze hat Sylvia Weißbach selbst genäht. Damit der Hauptdarsteller in der oberen Etage die Musik gut hören kann, musste im Wohnzimmer der Rekorder auf volle Lautstärke gestellt werden. "Nach vielen Vorbereitungen hat der Dreh auf Anhieb geklappt. Wir waren richtig ein bisschen stolz auf das Ergebnis und hatten viel Spaß", erinnert sich Jana Klaus.

Dreimal war am Wochenende das Campingstübl bis auf den letzten Platz besetzt. Es mussten sogar Interessenten abgewiesen werden. Joachim Siegert ist überwältigt. Doch trotz der Nachfrage: In einem großen Saal möchte der Mann, der zahlreiche Filme gedreht, gesammelt, bearbeitet und vor der Vernichtung gerettet hat, seine Filme nicht zeigen. "Im gemütlichen, familiären Rahmen ist es ein besonderes Erlebnis. Statt sofort zu gehen wird danach oft noch über das Gesehene gesprochen, Eindrücke und Gedanken ausgetauscht. Das finde ich sehr angenehm." Durch die Bekanntschaft mit dem Betreiber des Campingstübls ist die Vorführung dort zustande gekommen. Joachim Siegert hat für die Veranstaltung am Geyerischen Teich in den 80-minütigen Film extra noch Szenen der Eisenbahnstrecke Thum-Schönfeld-Wiesa und Meinersdorf-Thum eingearbeitet.

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