Fraktionen beschließen kostenloses Vorschuljahr

Linke, SPD und Grüne verabschieden Kita-Paket mit vier Punkten

Chemnitz.

Kommunen in Sachsen wird künftig erlaubt, im letzten Kita-Jahr, also dem Vorschuljahr, auf die Erhebung von Elternbeiträgen zu verzichten. Darauf haben sich Sachsens Koalitionspartner Ende November geeinigt. In Chemnitz soll das nun umgesetzt werden. Im Rahmen der Gespräche zur Gestaltung des Doppelhaushalts für die Jahre 2019/2020 haben sich die Fraktionen von Die Linke, SPD und Bündnis 90/Die Grünen zu einem Änderungspaket im Bereich Kita verständigt.

Da die drei Fraktionen im Stadtrat über die Mehrheit verfügen, ist das Paket quasi beschlossene Sache. Es sieht ein kostenfreies Vorschuljahr vor. Die zusätzlichen Kosten für die Stadt belaufen sich laut der Berechnung anhand von 2075 Kindern, die im Mai 2018 im Vorschuljahr eine Kita besuchten, auf rund zwei Millionen Euro pro Jahr. Die Summe könne sich je nach konkreten Kinderzahlen noch ändern, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Fraktionen.

Weiterhin sollen neben den bestehenden Familienzentren "Rappel-Zappel" auf dem Sonnenberg und "Kappelino" in Kappel zwei weitere entstehen. Dafür sind Kosten in Höhe von 150.000 Euro pro Jahr eingeplant. Die Zentren sollen ein Angebot generationsübergreifend für die ganze Familie bieten und im ganzen Stadtteil wirken, erklärte Susanne Schaper, Fraktionsvorsitzende der Linken im Stadtrat. Ein Zentrum solle möglichst von einem freien Träger und eines von der Stadt betrieben werden, so Schaper. In welchen Stadtteilen sie errichtet werden, müsse noch geprüft werden.

Mit insgesamt 850.000 Euro im Jahr sollen zudem Kindertagesstätten mit einem besonderen Bedarf, zum Beispiel bei Inklusion, Integration oder in sozialen Schwerpunkten unterstützt werden.

Der dritte Punkt des Pakets sieht eine Aufstockung der Mittel für die Sanierung von Spielplätzen in Kitas und Horten vor. Eine konkrete Summe dafür wurde allerdings noch nicht genannt. Erst vor wenigen Tagen hatte Baubürgermeister Michael Stötzer auf eine Ratsanfrage geantwortet, dass in mehr als der Hälfte der kommunalen Kindertagesstätten die Spielgeräte einer Komplettsanierung oder grundhaften Erneuerung bedürfen. Der sich daraus ergebende Sanierungsrückstau summiert sich auf etwa sechs Millionen Euro, so die ersten Schätzungen.

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