Freier Träger aus Hohndorf eröffnet Kita in Neuwürschnitz

Sie nennt sich "Phoenix One" und will den Nachwuchs auf das Leben vorbereiten. Von der Nachfrage waren selbst die Betreiber der neuen Kindereinrichtung überrascht.

Neuwürschnitz.

Der alte Kastanienbaum im Garten erfüllt wieder seine Dienste. Fleißig sammeln die Kinder in ihren Gummistiefeln die Früchte mit ihrer stacheligen Schale ein und stecken sie sich in die Jackentasche. In das Gebäude neben dem Kastanienbaum ist nach mehr als zehn Jahren wieder Leben eingezogen. Phoenix One heißt die Kindereinrichtung an der Hartensteiner Straße in Neuwürschnitz, in der derzeit 14 Krippen- und 17 Kindergartenkinder betreut werden. Und das soll noch nicht das Ende sein. Denn noch ist die Hälfte des Gebäudes eine Baustelle.

Damit gibt es in der Ortslage neben der Kita Naseweis nun einen zweiten Kindergarten. Träger ist die gemeinnützige GmbH h3-early Excellence Center. Diese gehört zur h3 Education Group mit Sitz in Hohndorf. H3 steht für die drei englischen Begriffe für Herz, Hand und Verstand. "Unser Ziel sind glückliche Kinder", die psychisch widerstandsfähig sind, betont Manuela School. Sie ist die Prokuristin der h3 Education Group. Geschäftsführer der Gruppe ist Thomas School. Er war bis vor drei Jahren Geschäftsführer der Gesellschaft für ganzheitliche Bildung (GGB), zu der zahlreiche Kitas und Schulen in der Region gehören. Damit habe das Angebot in Neuwürschnitz aber nichts zu tun. "Wir sind komplett unabhängig davon", betont Thomas School, dessen Vater Rüdiger die Geschäfte bei der GGB führt.

Gestartet sind Manuela und Thomas School im Januar 2018 mit ihrer Küche h3-schmeckt. Schräg gegenüber vom Bergbaumuseum werden dort täglich rund 1200 Portionen Essen gekocht, die an mittlerweile 17 Kitas und Schulen gehen. Den alten Kindergarten von Neuwürschnitz kauften sie im Dezember 2017. Die beiden können sich gut vorstellen, dass der Kindergarten nicht der einzige in Trägerschaft des h3-early Excellence Centers bleibt. "Wir sind überrannt worden. Für Neuwürschnitz liegen uns 70 Anmeldungen vor", so Manuela School. Zum Konzept der Einrichtung sagt sie in Anlehnung an Pestalozzi: "Wir wollen Altbewährtes mit Neuem verbinden." So gibt es feste Strukturen wie den Morgenkreis und altershomogene Gruppen. Es wird aber auch viel englisch gesprochen. "Kinder benutzen diese Sprache ganz selbstverständlich. Und es ist nachgewiesen, dass sich dadurch auch der Wortschatz in der Muttersprache verbessert", nennt School ein Beispiel. "Wir wollen die Kinder in allen Kompetenzen fitmachen: Sport, Kreativität, musikalische Bildung, gesunde Ernährung. Wir machen mehr als basteln und spielen."

Der Elternbeitrag ist der gleiche wie in den anderen Kitas der Kommune, es gibt aber noch einen Beitrag zum Förderverein in Höhe von 27 Euro in der Krippe und 49 Euro im Kindergarten, durch den laut Manuela School zusätzliche Kosten wie Bastel- oder Ausflugsgeld wegfallen. Für sozial benachteiligte Eltern würde der Förderverein auch Lösungen finden, sagt sie. "Unser Ziel ist Chancengleichheit."

Im Rathaus von Oelsnitz kommt das Konzept an. "Uns ist es wichtig, dass wir ein vielfältiges Angebot in der Stadt haben und es eben nicht nur einen Träger gibt", betont Antje Lohse, Leiterin der Hauptverwaltung. In der Stadt betreibt die Arbeiterwohlfahrt vier Häuser, dazu gibt es zwei Betriebs-Kitas, einen christlichen Kindergarten der Diakonie und eine Tagesmutter. Und nun die Kita Phoenix One in Neuwürschnitz. Im Bedarfsplan der Stadt ist die Kita mit 20 Plätzen im Krippen- und 40 im Kitabereich verankert.

Eigentlich wollten Schools das Gebäude in einem Ritt sanieren. "Doch weil die Förderprogramme überzeichnet waren, haben wir es geteilt", sagt Manuela School. In einem zweiten Bauabschnitt soll der hintere Teil des Gebäudes fertig saniert werden, auch eine zweite Küche neben jener an der Pflockenstraße in Neuoelsnitz soll entstehen. "Das Ziel ist, dass unsere Kinder hier direkt aus dem Kochtopf ihr Essen erhalten", erläutert Manuela School. Geplant sind zudem weitere Gruppenräume. Bisher haben Schools 380.000 Euro inklusive Kauf des Gebäudes investiert. 150.000 Euro flossen als Fördermittel aus dem Leader-Topf. Mit dem zweiten Bauabschnitt, der von den Fenstern übers Dach bis zur Heizung alles umfasst, rechnen sie abermals mit knapp 300.000 Euro. Dieser soll im Juni 2020 abgeschlossen sein.

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