Freizeithalle 2019 wieder mit einem Nutzer mehr

Der Bürgermeister von Niederdorf sieht derzeit keinen Anlass, an einem Beschluss des Gemeinderates zu rütteln. Der galt von Anfang an für 2018.

Niederdorf.

Die Meldung klingt wie ein hart erkämpfter Sieg: "Tanzveranstaltungen kommen zurück". Unter dieser Überschrift meldeten sich in dieser Woche Mitglieder des Vereins Heimtattreue Niederdorf im sozialen Netzwerk Facebook und auf der Internetseite des Vereins zu Wort. Konkret heißt es, dass die Anfang dieses Jahres verhängten "Sanktionen" gegen den Verein aufgehoben werden, "da es keine Gründe für die, für uns immer noch ungerechtfertigte Ausgrenzung mehr gäbe". Das habe Bürgermeister Stephan Weinrich am Montag im Gemeinderat den Gemeinderäten empfohlen. Somit könne die Heimattreue ab 2019 in der Niederdorfer Sport- und Freizeithalle wieder Veranstaltungen ausrichten.

Auf Nachfrage von "Freie Presse" zeigte sich Bürgermeister Stephan Weinrich (CDU) verwundert über diese Bekanntmachung: "Das war Gegenstand im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung." Angestoßen worden sei das Thema von Thomas Witte, der Vorsitzender des Vereins ist und seit dem Frühjahr im Niederdorfer Gemeinderat sitzt. Das Gremium hatte im Januar dieses Jahres beschlossen, dass der Verein im Jahr 2018 die Sport- und Freizeithalle nicht für ihre Veranstaltungen mieten kann. Als Begründung war unter anderem eine Einschätzung des Landesamtes für Verfassungsschutz genannt worden. Dieses hatte kurz zuvor bekannt gemacht, dass es mehrere Personen im Verein im Zusammenhang mit anderen rechtsextremistischen Bestrebungen beobachtet und den Vorsitzenden, Thomas Witte, als Rechtsextremist einstuft. Der Beschluss des Gemeinderates fiel damals knapp mit 5:4 aus.

Auf Nachfrage von Thomas Witte, ob die Halle ab 2019 wieder genutzt werden könne, habe Stephan Weinrich am Montag erklärt, dass aus seiner Sicht nichts dagegen spräche. "Wir haben uns von Anfang an auf 2018 bezogen - und betont, dass es vom weiteren Verhalten des Vereins abhängt." Da es in der Hinsicht keine Vorfälle gegeben habe, sieht der Bürgermeister aktuell keinen Grund, von dem Beschluss abzuweichen. Der konnte von Anfang an so ausgelegt werden, dem Verein eine zweite Chance einzuräumen. Für die Organisation des Tags der Vereine, der am 8. September stattfindet, habe er die Heimattreue Niederdorf dagegen nicht eingeladen, betonte Weinrich gegenüber "Freie Presse".

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