Früherer Hohndorfer Pfarrer unterwegs an der Lungwitz

Eine Dokumentation des Lungwitzbaches von der Quelle bis zur Mündung hat Wolfgang Gruner vorgelegt. Auf 100 Seiten zeigt er in Wort, vor allem aber im Bild den aktuellen Zustand des Gewässers.

Hohndorf.

Um Schönes sehen und Unbekanntes zu erkunden, muss man nicht weit reisen, meint Wolfgang Gruner. Mit seinem neuen Buch unter dem Titel "Unterwegs an der Lungwitz und ihren Zuflüssen" will der pensionierte Pfarrer dazu anregen, mit offenen Augen durchs Land zu gehen. Interessant ist der Rahmen für das reich bebilderte Buch, denn Wolfgang Gruner folgt darin dem Lungwitzbach von der Quelle in Ursprung bis nach Glauchau, wo die Lungwitz in die Zwickauer Mulde mündet. 24,1 Kilometer hat sie bis dahin zurückgelegt. "Damit ist der Lungwitzbach das größte Fließgewässer in Erzgebirgischen Becken", so Gruner.

Dass er sich gerade jetzt dem Thema zugewendet hat, ist kein Zufall. Auslöser war die Jahreslosung 2018, die lautete: "Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst." Um sich diesem Thema auch ganz praktisch zu nähern, ist der Pfarrer viele Strecken der Lungwitz entlanggelaufen, hat sich, wo es sumpfig oder schlammig wurde, Gummistiefel angezogen. Und vor allem: Er hatte immer seine Kamera dabei, um die Entwicklung des Gewässers vom Rinnsal bis zum breiten Bachbett im Bild festzuhalten. Parallel hat er mit den Menschen entlang der Lungwitz gesprochen, ihre Sicht auf das Leben am Wasser niedergeschrieben. Dabei wird der Bach aus ganz unterschiedliche Perspektiven betrachtet. Zu Wort kommen unter anderem der Besitzer eines Teiches an der Quelle in Ursprung, eine Gastwirtin aus Rüsdorf, eine Landwirtin aus Niederlungwitz und ein Ortschronist aus Glauchau. "Ich habe mich sehr über die Offenheit der Menschen gefreut", so Gruner.

Dokumentiert sind zudem die Zuflüsse der Lungwitz, darunter der Kupfermühlenbach, der noch in Ursprung in die Lungwitz mündet, der Kirchberger Dorfbach, der in Oberoelsnitz entspringende Hegebach und der aus Hohenstein zufließende Goldbach. Über 200 Fotos werden gezeigt, die meisten davon hat Gruner selbst gemacht. Einzelne Aufnahmen hat er jedoch auch von befreundeten Fotografen übernommen. So bereichern unter anderem Tieraufnahmen von Klaus Rosenow und Luftaufnahmen von Andreas Kretschel das Buch. Kurz angerissen werden auch problematische Aspekte, wie Auswirkungen bei Überschwemmungen oder extreme Trockenheit. Vor allem wird jedoch darauf neugierig gemacht, die Bäche und Gräben, Teiche und Wehre selbst zu erkunden. Gruner: "Die Landschaften im Erzgebirgischen Becken sind so schön. Ich habe auf den Wanderungen auch für mich sehr viel entdeckt."

Lesung Wolfgang Gruner stellt sein Buch "Unterwegs an der Lungwitz und ihren Zuflüssen" am kommenden Dienstag, 24. September, ab 19 Uhr, im Kirchgemeindesaal St. Egidien vor. Erhältlich ist das Buch bei Spielwaren Pönisch und in der Blumenboutique Schnerr in Hohndorf, sowie in der Buchhandlung Scheffler in Lichtenstein.

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