Für Lugau bleibt noch einiges zu tun

Das 1. Kunstsymposium in Lugau ist am Samstag offiziell zu Ende gegangen. Wirklich fertig sind die meisten der Kunstwerke allerdings noch nicht.

Lugau.

Die großen Holzarbeiten "Transition" und "Aufbruch. Ein Igelrad" liegen auf der Wiese, die Betonarbeiten "Halber Mensch" und "Radbank" müssen noch austrocknen und die Kettensägearbeit "Infinity" mit einem Anstrich versehen werden. Einzig der "Dream Catcher" (Traumfänger) kann bereits an der Linde am Bahnhof bewundert werden - das 1. Kunstsymposium in Lugau wird die Stadt ganz offensichtlich noch eine ganze Weile beschäftigen. Offiziell ist die Veranstaltung aber am Samstag zu Ende gegangen.

Die Künstler sind voll des Lobes. "Bei einem erstmals in einer Stadt ausgerichteten Symposium dabei zu sein, ist etwas ganz Besonderes, weil sich der eigene Schaffensdrang mit der noch neuen Situation am Ort verbindet", empfindet Karl-Ulrich Schwander, dessen "Radbank" künftig ein Ruheplatz im Stadtpark sein wird: Über die Sitzfläche verlaufen die in den noch feuchten Beton gedrückten Radspuren. Der durchbrochene schwarze Sockel symbolisiert den Bergbau. Und an einer Seitenwand ist ein modifiziertes Stadtwappen mit Radfahrer zu sehen, welches der Künstler vorab als Linolschnitt gearbeitet hat.

Für das Symposium hat sich Schwander künstlerisch aus der Komfortzone herausbewegt. "Großartig ist, dass mit verschiedenen Materialien gearbeitet wurde", sagt er. Für Schwander, der sonst viel mit Stein arbeitet, war Beton eine Herausforderung. Er bedauert, dass er sein Werk gar nicht in der endgültigen Form sehen kann. Noch stehen Sockel und Auflage separat: Mindestens zwei Wochen Zeit braucht das Material zum Durchtrocknen, ehe es gefahrlos bewegt werden kann.

Die Berliner Künstlerin Katja Brückner hat mehr gemacht als geplant. Ein "Halber Mensch" sollte in Beton gegossen werden. Jetzt stehen drei halbe Menschen unterm Dach des alten Güterschuppens. Von den Bedingungen in Lugau ist Katja Brückner begeistert: "Ich bin nicht so oft auf Symposien, aber ich fand die Organisation hier ganz super. Besonders, weil die Stadt auch ganz flexibel auf alles eingegangen ist. Ich konnte hier wunderbar experimentieren, allerdings fehlen mir jetzt noch zwei Tage." Nach der Abschlussveranstaltung am Samstag und am gestrigen Sonntag hat die Künstlerin die letzten Arbeiten erledigt. Doch auch hier gilt: Der Beton braucht noch Zeit zum Aushärten.

Während Brückner noch fleißig werkelte, war der Bulgare Nikolay Yotov schon abgereist. Für seine Kettensägearbeit "Infinity" reichte die Zeit. Trotzdem gibt es für die Stadt auch hier noch zu tun: Um das Holz zu schützen, soll in den nächsten Tagen eine Lasur aufgebracht werden. Die wird auch bei den ganz großen Holzarbeiten benötigt. Allerdings steht der Stadt bei "Aufbruch. Ein Igelrad" von Christoph Roßner (Bad Schlema) und "Transition" von Ryszard Litwiniuk (Warschau) noch eine ganz andere Herausforderung bevor: Die Werke müssen ein Fundament bekommen und aufgerichtet werden. Und so ist der "Dream Catcher" von Shuengit Chow im Moment die einzige Arbeit, die in ihrer endgültigen Form zu sehen ist.

Organisatorin Alexandra Lorenz-Kuniß hatte während der gesamten Woche alle Hände voll zu tun. Schon die Anreise der Künstler hatte es in sich: Das Gepäck von Nikolay Yotov war nicht am Flughafen angekommen, bei Ryszard Litwiniuk verzögerte sich die Ankunft wegen einer Autopanne. Als die Künstler am Montag loslegen wollten, mussten wegen Regens und Sturms wettersichere Arbeitsplätze gesucht werden. "Erst während des Arbeitens haben die Künstler dann gemerkt, was sie alles noch brauchen. Gefehlt haben zumeist Kleinigkeiten von Nieten bis Krepppapier und Pinsel, da war ich eigentlich alle halbe Stunden unterwegs. Im Grunde braucht man für so ein Symposium ein richtiges, festes Team", so Lorenz-Kuniß. Helfer gab es zum Glück genügend. Zudem begleiteten Schüler des Carl-von Bach-Gymnasiums das Symposium, darunter Eric Mehner und Thorin Teichert, die einen Kurzfilm gedreht haben. Sie sind sich einig: Es war schön, mit den Künstlern direkten Kontakt zu haben.

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