Gastwirt verabschiedet sich aus Auerbach - In Hormersdorf und Thalheim geht es weiter

Der Gastwirt Tino Wolf wirft im "Stift" das Handtuch und wendet sich dem "Löwen" und "Hoffmanns Imbiss" zu. Dabei spielt auch das Rote Kreuz eine Rolle.

Auerbach.

Am 31. Dezember ist Schluss. Dann wird Tino Wolf mit seinem Team Auerbach den Rücken kehren. Nach zehn Jahren schließt er die Pforten des "Stifts" auf dem ehemaligen Esda-Areal im Herzen des Dorfes. Künftig möchte er sein gastronomisches Glück in Thalheim und Hormersdorf suchen. In Auerbach hingegen gehen somit die Lampen im letzten verbliebenen Veranstaltungssaal aus. Für das ohnehin nicht gerade prosperierende Dorf ist das ein weiterer Nackenschlag. Für Hormersdorf hingegen stellt sich die Sache als Glücksfall dar: Für den "Löwen" ist nach langer Suche ein Pächter gefunden. Gleiches gilt für Hoffmanns Imbiss in Thalheim.

Das Ende in Auerbach. "Letztendlich habe ich die Reißleine gezogen", schildert Tino Wolf. Es habe immensen Nachholbedarf beim Brandschutz gegeben: Rauchabzug, Notlicht und und und. "Der Eigentümer wollte mir das Objekt jedoch weder verkaufen, noch die notwendigen Investitionen tätigen", sagt Wolf. Eigentümer des "Stifts" ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Der Kreisverband Stollberg hat das ganze Areal von der Esda gekauft. Dem Vernehmen nach für 250.000 Euro. Welche Pläne das DRK mit dem Areal hat, bleibt im Dunklen. Auch auf entsprechende Presseanfragen kommen seit Monaten lediglich vertröstende Antworten. Der DRK-Vorsitzende Iven Otto stellt zu diesem Thema ein Gespräch Mitte Oktober in Aussicht. Bürgermeister Horst Kretzschmann gibt sich optimistisch, was eine mögliche Nachfolge angeht. "Wir können als Gemeinde zwar nichts zu dieser Sache beitragen, aber ich bin guter Dinge, dass ein neuer Pächter für den Stift gefunden wird", sagt Kretzschmann.

Ob der Abschied von Tino Wolf und seinem Team dauerhaft ist, steht noch in den Sternen. "Das ist ein schwebendes Verfahren, unser Anwalt ist eingeschaltet", sagt Wolf und lässt ein Hintertürchen offen. Zum Schluss will es der Gastronom aber nochmal krachen lassen: "Zu Silvester wird es eine Abschiedsparty geben."

Der Neuanfang in Hormersdorf. Die lange Suche nach einem Pächter für die Gaststätte "Zum Löwen" hat nun scheinbar ein Ende. "Ab 1. Februar werde ich im ,Löwen' starten, das Objekt ist ja umfassend saniert", sagt Tino Wolf. Dort will er - ähnlich wie zuvor im "Stift" - eine Art Bedarfsgastronomie anbieten. Sprich: Bei Veranstaltungen wird er mit seiner Mannschaft für die Bewirtung sorgen. Zudem wird die Gaststätte für Familienfeiern oder andere Veranstaltungen zu mieten sein. Um die Gastronomie kümmert sich dann Wolf. Ein geregelter Gaststättenbetrieb ist hingegen nicht geplant. Der Saal wird zudem weiter von der Stadt Zwönitz vermietet. Die gastronomische Versorgung wird allerdings grundsätzlich Wolf übernehmen. "Fremdcatering wird es im Saal nicht geben", schließt Bürgermeister Wolfgang Triebert (CDU) aus.

Der drückt allerdings die Euphoriebremse: "Soweit, dass wir einen neuen Pächter verkünden könnten, sind wir noch nicht." In einem Abstimmungsgespräch in der vergangenen Woche ist laut Ortsvorsteher Marco Hilbert allerdings Einigkeit über Vertragsdetails erzielt worden. "Es fehlt nur noch die Unterschrift unter dem Vertrag", sagt Hilbert. "Wir freuen uns, dass wir einen Pächter gefunden haben." Zwar wäre er über einen Pächter, der auch Gaststättenbetrieb gewährleistet hätte, glücklicher gewesen, dennoch zeigt er sich zufrieden: "So kann auch das Trauercafé wieder stattfinden. Die Lösung ist auf jeden Fall gut für Hormersdorf."

Die Fortsetzung in Thalheim. "Hoffmanns Imbiss" in Thalheim war eine etablierte Adresse für Frühstück und Mittagstisch. Bis sie vor einem Jahr altersbedingt schließen musste, sei die Gastronomie gut gelaufen, weiß Tino Wolf zu berichten. Daran möchte er nun anknüpfen. Gutbürgerliche Küche möchte Wolf dort für die Anwohner und Bediensteten im Gewerbegebiet anbieten. Wenn es gewünscht sei, werde er auch darüber nachdenken, die Räumlichkeiten zusätzlich für Feiern anzubieten.

Mit dem neuen Standort wird unter Umständen sogar die Belegschaft um ein oder zwei Mitarbeiter aufgestockt, sagt Wolf. "Einen Koch suche ich allemal für diesen Standort." Aktuell arbeiten sechs Festangestellte für den Gastronomen.

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