Gedenken an verunglückte Bergleute

Vor 80 Jahre: Katastrophe in Ehrenfriedersdorf

Ehrenfriedersdorf.

Mitglieder der Berggrabebrüderschaft Ehrenfriedersdorf, Bürgermeisterin Silke Franzl und Einwohner haben am Mittwochabend einem der schwersten Unglücke in der Geschichte des Ehrenfriedersdorfer Bergbaus gedacht: Am 15. August vor 80 Jahren ereignete sich in der Zinngrube vormittags in Folge von Sprengarbeiten in 150 Metern Tiefe ein verheerender Wassereinbruch.

Durch diesen wurden 25 Bergleute eingeschlossen. Einige von ihnen konnten dem Inferno durch eigene Kraft entrinnen. Die Rettungsarbeiten erfolgten bis zur Erschöpfung der Rettungsmannschaften schwimmend und mittels Holzflößen. Am nächsten Tag gegen 7 Uhr konnte der letzte der eingeschlossenen Bergleute lebend gerettet werden. Für Fritz Seydel, Friedrich Landmann, Erich Schneider und Paul Hennig kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Zur Gedenkfeier am Mittwochabend bildeten Mitstreiter der Berggrabebrüderschaft eine Ehrenwache am Grab der Verunglückten. Für die musikalische Umrahmung sorgte das Bläserquartett des Bergmännischen Musikvereins. Die würdige Gedenkfeier der 1338 gegründeten Brüderschaft findet aller fünf Jahre statt. Der fast 800 Jahre alte Ehrenfriedersdorfer Zinnbergbau hat in seiner Geschichte immer wieder Opfer gefordert. Von 1552, seitdem sind entsprechende Aufzeichnungen in den Kirchenbüchern zu finden, bis zum Ende des Bergbaus haben mehr als 150 Bergleute und Bergknappen bei Unglücken ein tragisches Ende gefunden. (lomü)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...