Gemeinde gibt Schulträgerschaft ab

Künftig ist die Stadt Stollberg Träger der Niederwürschnitzer Grundschule. Das hat der Gemeinderat schon einmal beschlossen, damals aber vor einem völlig anderen Hintergrund.

Niederwürschnitz.

Die Gemeinde Niederwürschnitz gibt die Trägerschaft für ihre Grundschule an die Stadt Stollberg ab. Das hat der Rat am Montag mit neun Ja-Stimmen beschlossen. Ein Rat stimmte dagegen, drei enthielten sich. Nun soll eine entsprechende Schulzweckvereinbarung mit Stollberg aufgesetzt werden.

Damit setzt der Gemeinderat etwas um, was seit 2011 geplant ist - damals allerdings unter anderen Vorzeichen. Zum einen war der Fortbestand der Niederwürschnitzer Schule in Gefahr, weil zu wenige Kinder angemeldet worden waren, und zum anderen strebte der Ort einen Austritt aus der Verwaltungsgemeinschaft Lugau und eine gemeinsame Zukunft mit Stollberg an. Stollberg bot damals einen gemeinsamen Schulbezirk mit der Grundschule Beutha an, die proppenvoll war. So konnte man Schülerzahlen ausgleichen. Das dann folgende Stollberger Vorhaben, auch die Trägerschaft für die Niederwürschnitzer Schule zu übernehmen, scheiterte allerdings am Veto des Landkreises. Auch das Genehmigungsverfahren für eine zweite Zweckvereinbarung von 2014 ruht seither.

Nun aber musste eine Entscheidung fallen. Denn Stollberg hat entschieden, seine Schulbezirke zu ändern, weil mittlerweile die Grundschule Beutha ein Problem hat, künftig die Mindestschülerzahl sicherzustellen. Bei der Neuaufteilung der Stollberger Schulen blieb die Niederwürschnitzer Einrichtung übrig und bekam einen eigenen Schulbezirk. Damit gilt auch die ohnehin noch nicht genehmigte Schulzweckvereinbarung nicht mehr. Niederwürschnitz hatte faktisch zwei Möglichkeiten: ihre Grundschule selbst in eigener Trägerschaft zu betreiben oder die Trägerschaft und damit verbundenen Rechte und Pflichten an die Stadt Stollberg zu übertragen.

Die Entscheidung fiel nun zugunsten von Variante 2, wobei es durchaus auch kritische Stimmen gab. Das Hauptargument für eine Übertragung der Trägerschaft nach Stollberg war nach den Worten von Bürgermeister Matthias Anton, dass man das mittlerweile funktionierende System nicht verändern wolle. Den Hinweis, dass man so auch flexibler auf einen möglichen Schülerrückgang reagieren könne, ließ Gemeinderat Steffen Kaddereit (Linke) allerdings nicht gelten. "Das ist doch jetzt dort auch nur noch ein Schulbezirk, da kann uns Stollberg mit seinen Schülern auch nicht helfen", sagte er. Uwe Landmann (FW) widersprach. Stollberg habe schon einmal seine Schulbezirke für Niederwürschnitz geändert, sagte er. Er unterstelle der Stadt darum "die Bereitschaft, das auch erneut zu tun".

Tobias Neubert (CDU) hätte die Entscheidung lieber zeitlich befristet. Zudem wollte er wissen, wie Lugau dazu stehe, irgendwann die Trägerschaft zu übernehmen. Für Lugaus Bürgermeister Thomas Weikert (Linke) stellt sich diese Frage allerdings nicht. Es gehe aktuell darum, ob Niederwürschnitz die Trägerschaft weggibt oder seine Schule selbst behält, sagte er.

Welche Mitspracherechte Niederwürschnitz nach dem nun gefassten Beschluss bei Entscheidungen zur Schule hat, soll in der noch zu formulierenden Zweckvereinbarung mit Stollberg festgelegt werden, sagte Bürgermeister Anton.

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