Gerät erkennt Krankheiten an Atemluft

Die Graupner Medical Group ist seit knapp 30 Jahren am Markt. Nun wurde in Falkenbach ein neues Logistikzentrum eröffnet. Nicht die einzige Neuerung.

Geyer/Falkenbach.

Ein kleiner grauer Kasten mit einem Display und einem Mundstück, angeschlossen an einem Laptop: Was auf den ersten Blick eher unscheinbar wirkt, könnte in den Augen von Beate Viertel, Geschäftsführerin der Graupner Medical Group, vielleicht die Welt ein Stück verbessern. Denn bei dem Gerät handelt es sich um einen sogenannten Multi-Marker-Monitor. Mit ihm kann die Atemluft von Patienten auf verschiedene Erreger und Krankheiten getestet werden. Als Beispiel nennt die gebürtige Erzgebirgerin antibiotikaresistente Keime. Aber auch Tuberkulose, Ebola, Virusgrippen und vieles mehr könnten mit dem einfachen Atemlufttest erkannt werden.

"Die Zukunft der Infektionsdiagnostik", heißt es im Businessplan zum Multi-Marker-Monitor. Das Prinzip ist einfach. Der Patient pustet Atemluft in das Mundstück. Zuvor wurde mithilfe von vielen Proben für einen bestimmten Erreger ein genaues Spektrum definiert.

Jahrelang wurde mit Unterstützung von Dr. Gunter Becher geforscht, bis die Technologie Marktreife erlangte. Mittlerweile wurden die ersten Geräte bereits verkauft. Der große Vorteil im Gegensatz zu anderen Analyseverfahren liege in der Schnelligkeit und in den relative niedrigen Kosten pro Analyse. Außerdem sei das Gerät mobil, was den Einsatz auch fernab von Krankenhäusern und Labors ermögliche.

Dass Beate Viertel an den Erfolg glaubt, beweist auch eine andere Neuerung in dem 1990 gegründeten Unternehmen. Vor kurzem eröffnete die Firma, die ihren Hauptsitz in Geyer hat, in Falkenbach ein neues Logistikzentrum. Vorher lagerten die von Graupner vertriebenen medizinischen Produkte - zum Portfolio gehört so ziemlich alles, was im Bereich Medizin und Pflege gebraucht wird - in angemieteten Lagerhallen. In Falkenbach hat das Unternehmen eine alte Strumpffabrik umgebaut. Neben dem Lager wurden Büroräume für einen Teil der 67 Mitarbeiter geschaffen. Zudem sei in dem neuen Firmenteil auch Platz für eine Fertigungsstrecke für den Multi-Marker-Monitor zum Beispiel.

Die Graupner Medical Group gliedert sich in drei Teilbereiche und Firmen. Zum einen wäre da die First Medical GmbH. Graupner organisiert als Dienstleister alles, was gebraucht wird - von der Bauplanung über Mobiliar und Medizintechnik bis hin zum Pflaster. Die Firma Graupner Medical Solutions GmbH hat sich wiederum auf den technischen Bereich spezialisiert. Steckenpferde sind hier Röntgen- und Medizintechnik sowie eine eigene, spezielle Bildbearbeitungssoftware. Der dritte Bereich - die Graupner Medical Consulting GmbH - ist ein Schulungs- und Beratungsservice.

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