Glück auf in der Concordia-Siedlung

Ein Wandbild ist der neue Hingucker der ehemaligen Bergarbeitersiedlung. Es zeigt Traditionelles und weist in die Zukunft.

Oelsnitz.

Die Arbeiten an dem neuen Fassadenbild des Häuserblocks an der Concordiastraße 28/30 in Oelsnitz haben so manchen Nachbarn oder Autofahrer neugierig gemacht. Nach vier Wochen ist nun freie Sicht auf das Bergbaumotiv. Es verbindet einen bunten Part, in Anlehnung an den Hohndorfer Künstler Willibald Mayerl und sein Werk "Untersuchung auf schlagende Wetter", mit einer historischen Ansicht auf die Bergbaustadt Oelsnitz in schwarz-weiß und ein Porträt eines zufriedenen Bergmannes. Wem dieser bekannt vorkommen sollte: Wenzel Seemann grüßt auch von der Startseite des Bergbaumuseums, das mit ihm für die Landesausstellung wirbt. Die Zusammenstellung haben die Künstler entwickelt.

Geschaffen haben das Werk Benjamin Knoblauch, Martin Tretner, Markus Esche und Guido Günther. Ehe es an die Farben ging, stand für die vier Männer zunächst Recherche auf dem Programm. Über Alexander Stoll vom Heinrich-Hartmann-Haus sind sie auf Willybald Mayerl aufmerksam geworden. Im Bergbaumuseum haben sie ein Foto für die historische Ansicht und das Porträt ausfindig gemacht. Um die kleinen Vorlagen auf die große Wand zu übertragen, ist neben der vielfältigen Erfahrung auch altes Schulwissen in die Waagschale geworfen worden. "Wir arbeiten mit Rastern. So können wir die Motive von den Vorlagen vergrößern und umsetzen", erklärt Markus Esche.

Mit dem Wandbild möchte Oelsnitz auch signalisieren, dass die Stadt mit der Siedlung einiges vorhat. Sie soll erneuert und attraktiv für junge Leute gemacht werden. Das Bild selbst ist daher nicht für die Ewigkeit gedacht. Sobald die Modernisierung beginnt, wird es wohl weichen müssen. Zehn bis 20 Jahre - je nach Witterung - würde es bestimmt aushalten, sagt Guido Günther. Und ein ganzes Weilchen wird es wohl ohnehin erst einmal sichtbar bleiben. "Das ist einer unser ersten Beiträge zur Kulturhauptstadtbewerbung 2025. Wenn wir den Titel bekommen, wird das Bild noch zu sehen sein. Das garantiere ich", sagt Bürgermeister Bernd Birkigt.

Derweil hat das Geschaffene schon Anhänger gefunden. Selbst einige betagte Anwohner zeigten sich aufgeschlossen, wie Bürgermeister Bernd Birkigt von einem 80. Geburtstag zu berichten weiß. Und ein ehemaliger Bergmann habe sich ganz ausdrücklich bei den Künstlern persönlich für die Motivauswahl bedankt, ergänzt Günther.

Im September ist eine offizielle Feier vorgesehen. Dann werden auch die städtebaulichen Ideen und ein Schülerprojekt präsentiert.


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