Goag-Chef wehrt sich gegen Verleumdung

Für Bernd Voitel sind die Auerbacher Vorwürfe nicht mehr hinnehmbar - vor allem, wenn sein Agrar-Unternehmen der falsche Adressat ist.

Auerbach.

Für Bernd Voitel ist eine Grenze überschritten. Der Geschäftsführer der Gornsdorfer Agrarproduktion (Goag) hat angekündigt, künftig gegen pauschale Verurteilungen gegen den Agrarbetrieb vorzugehen und sich gegebenenfalls dafür auch Rechtsbeistand zu holen. "Ich mache die Verleumdungen nicht mehr mit." Konkret geht es um Vorwürfe, die immer wieder in Auerbach laut werden: Die Goag bringe zuviel Gülle aus oder tue es zu falschen Zeiten oder spritze giftiges Pflanzenschutzmittel. Was dabei für den Goag-Chef absolut "gar nicht geht": Immer, wenn die Leute ein Problem mit der Landwirtschaft hätten, sei die Goag schuld, obwohl in Auerbach mehrere Agrarbetriebe tätig sind. "Wir werden für Dinge verurteilt, die andere zu verantworten haben." Man sei auf den Feldern in und um neun Ortschaften aktiv, nur in Auerbach gebe es in diesem Ausmaß Vorwürfe.

Um auf den Ernst der Lage aufmerksam zu machen, war Voitel in dieser Woche auf der Gemeinderatssitzung erschienen, wo das Thema Güllegestank in der Vergangenheit schon mehrfach eine Rolle spielte - weil Bürger Räte daraufhin angesprochen hatten. Ein Auerbacher brachte die Vorwürfe auch selbst vor. Daraufhin hatte es eine Gesprächsrunde unter anderem mit einem Vertreter des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, das für die Überwachung der Güllemittelverordnung zuständig ist, gegeben. Dort wurde klar, so Bürgermeister Horst Kretzschmann (parteilos), dass zum einen der Gestank nicht wie zunächst behauptet vom Goag-Kuhstall herrühre, und es zum anderen bei der Gülleausbringung keinen Gesetzesverstoß gebe. Dennoch halten sich im Ort hartnäckig Vorwürfe gegen das Agrarunternehmen, es gebe sogar Anfeindungen gegen die Fahrer der Goag, sodass man sogar schon habe die Polizei rufen müssen, sagte Voitel.

Als unlängst am Kuhstall ein Tag der offenen Tür stattfand, fand nicht ein einziger der Kritiker den Weg dorthin. Er lade jederzeit jeden ein, sich dort zu überzeugen, dass alle Regeln eingehalten werden, sagte Voitel. Und was die Gülleausbringung betreffe, so halte man sich an alle Vorschriften und Fristen und arbeite mit modernster Technik, die ein bodennahes Einbringen ermögliche und auch genau dosiere. Vor der Ausbringung werde sogar der Boden analysiert, um die richtige Menge festzulegen. Man könne auf die Gülle nicht verzichten, "nur weil sie stinkt". Sie sei ein effizienter und wertvoller organischer Dünger und damit auch ein Wirtschaftsfaktor. Und sie müsse jetzt ausgebracht werden, denn "das ist die Zeit des Bauern, die muss er nutzen." Den Vorwurf, mehrere Agrarunternehmen hätten auf dem gleichen Areal Gülle ausgebracht, bezeichnete Voitel als Unterstellung. Der Goag-Chef bekam Rückendeckung von mehreren Räten. Es sei in Auerbach viel Hysterie dabei und das sei unfair gegenüber der Landwirtschaft, hieß es unter anderem.

Auf eine Biogasanlage angesprochen, sagte Voitel, diese würde zwar durch den Gärungsprozess den Geruch der Gülle verringern und man stünde dafür auch "Gewehr bei Fuß", aber der Bau sei durch die drastische Senkung der Einspeispreise des erzeugten Stroms derzeit wirtschaftlich nicht lösbar.

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