Grüne fordern Neubau im Moor

Knüppeldamm in Hormersdorf aufgrund von Baumängeln gesperrt - Wanderer weichen auf Trampelpfade aus

Hormersdorf.

Der Kreisverband der Grünen spricht sich für einen baldigen Neubau des Knüppeldamms im Hormersdorfer Moor aus. "Das Naturschutzgebiet Hormersdorfer Hochmoor ist seit Jahren ein beliebtes Ausflugsziel für Botaniker und Naturliebhaber, für Einheimische wie Touristen", schreibt Ulrike Kahl, Kreisrätin der Grünen, in einer Pressemitteilung. "Jedoch ist die Begehung des für Besucher angelegten Knüppeldammes aufgrund von gravierenden baulichen Mängeln seit dem vergangenen Sommer überhaupt nicht mehr möglich. Das Landratsamt sah sich veranlasst, aufgrund der ihm obliegenden Verkehrssicherungspflicht, eine komplette Sperrung zu veranlassen".

Laut Kahl führt die Sperrung zu Problemen. Flora und Fauna des Moors seien gefährdet, weil Wanderer mitunter auf Trampelpfade des sensiblen Naturschutzgebiets ausweichen. "Das sollte unterbleiben", sagt sie. Nachdem Bürger in einer Sitzung des Hormersdorfer Ortschaftsrates den Zustand des Knüppeldamms beklagt hatten, richtete Ulrike Kahl eine schriftliche Anfrage an Landrat Frank Vogel. Aus der Antwort, die Kahl vor ein paar Tagen erhielt, geht hervor: Den Mitarbeiter des Landratsamtes ist seit 2014 bekannt, dass Handlungsbedarf im Naturschutzgebiet besteht.

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Demnach reichen einfache Reparaturen nicht aus, um das Bauwerk wieder herzurichten. Denn der Unterbau ist völlig marode. Daher planen der Landkreis und das Naturschutzzentrum Erzgebirge (NSZ) seit 2016 die Wiederherstellung des Knüppeldammes. Doch wegen fehlender Kapazitäten konnte das Projekt bislang nicht umgesetzt werden. Die Planungskosten für einen Neubau betragen rund 80.000 Euro.

Um an Fördergeld zu kommen, soll das Naturschutzzentrum noch in diesem Halbjahr einen Antrag einreichen - im Förderprogramm "Natürliches Erbe - Biotopgestaltung im Wald". Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Mittel aus dem Leader-Programm, einem Fördertopf der Europäischen Union, zu beantragen.

Laut dem Schreiben des Landrats gehört das Moor einem Privateigentümer. 2001 hatte sich der Landkreis Stollberg ermächtigen lassen, den Damm mit Fördergeld zu reparieren. Zudem übernahm der Altkreis die Verkehrssicherungspflicht. Diese Pflicht ging nach der Kreisreform auf den Landkreis über. (pc)

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