Gülle ist an Gestank in Auerbach schuld

Bürgermeister lädt zu Gespräch - Kein Verstoß gegen Gesetze festgestellt

Auerbach.

Die extreme Geruchsbelästigung, die wiederholt zu Beschwerden durch Auerbacher geführt hatte, rührt vom Gülleausbringen und nicht von der neuen Stallanlage am Kohlweg her - das hatten Bürger zunächst angenommen - und es gibt keine Gesetzesverstöße durch die Gornsdorfer Agrarproduktion (Goag). Das sind laut Bürgermeister Horst Kretzschmann (parteilos) die beiden wesentlichen Ergebnisse eines Treffens, das der Ortschef initiiert hat. Teilgenommen hatten Vertreter des Landratsamtes, der Verwaltungsgemeinschaft, der Auerbacher Bürger sowie der Informations- und Servicestelle Zwönitz des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

Immer wieder war der Gestank Thema in Auerbach. Unter anderem meldete sich deshalb ein Bürger in der Ratssitzung zu Wort, auch beim Bürgermeisterstammtisch vor reichlich zwei Wochen wurde der Gestank kritisiert, wie Kretzschmann jetzt sagte. Aus diesem Grund hatte er zu dem Treffen geladen und auch das Gespräch mit Goag-Chef Bernd Voitel gesucht. Da sich die Teilnehmer des Treffens letztendlich einig waren, dass die Quelle des Ärgernisses nicht die Stallanlage ist, habe man sich vor allem vom Vertreter des Landesamtes zur Sachlage informieren lassen. Denn die Behörde ist für die Ausbringung laut Düngemittelverordnung zuständig, sagte Kretzschmann. So habe man erfahren, dass das auch von ihm teilweise beobachtete direkte Aufbringen der Gülle auf die Wiese durchaus zulässig ist. Allerdings sei dies auch bei der Goag nicht der Normalfall, sagte Kretzschmann. Denn eine Rückfrage bei Geschäftsführer Voitel habe ergeben, dass die normalerweise verwendete Technik, bei der die Wiese vereinfacht gesagt aufgerissen und die Gülle in diesen Schlitz eingebracht wird, ausgefallen sei. Aber, so Kretzschmann, laut aktueller Rechtslage sei es möglich, bei Wiesen ohne diese Technik zu arbeiten, die Gülle müsse also nicht zwingend eingearbeitet werden. Für Ackerland gelten andere Regeln.

Man sei in der Gesprächsrunde so verblieben, dass, wenn sich eine sehr intensive Belästigung wiederholt, dennoch Messungen veranlasst werden, sagte der Ortschef. Zugleich will er nochmals das Gespräch mit der Goag suchen, inwieweit es Möglichkeiten zur Geruchsverringerung gibt - beispielsweise durch Veränderungen bei der Häufigkeit des Ausbringens oder bei der Güllemenge.

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