Händler rechnen bis Samstag mit Kundenansturm

Weihnachtsgeschenke auf den letzten Pfiff kaufen wird dieses Jahr schwierig bis unmöglich. Doch Kunden und manche Ladeninhaber sehen noch einen Ausweg.

Stollberg.

Jetzt muss es fix gehen. Vor allem für jene, die noch nicht alle Geschenke fürs Fest zusammen haben, und die gern die einheimischen Geschäftswelt mit ihrem Einkauf unterstützen wollen. Ab Montag müssen die Geschäfte des Einzelhandels in Sachsen schließen, gelten die neuen Festlegungen eines harten Lockdowns, um die weiter steigenden Infektionszahlen zu stoppen. "Freie Presse" hörte sich bei Kunden und Geschäftsinhabern um.

Jörg Loos, Inhaber der Goldschmiede Loos in Stollberg: Den meisten Umsatz mache ich immer an den letzten beiden Einkaufstagen vor Weihnachten. Bis Samstag erwarte ich einen Besucheransturm. Ich bitte meine Kunden, dass sie Geduld mitbringen müssen. Viele kommen schließlich nach der Arbeit zu mir. Die Situation ist, wie sie ist, ich freue mich aber auch einmal auf eine ruhige Adventszeit. Die Zeit nutze ich, um einen Online-Shop zu eröffnen. Zudem werde ich Reparaturen auf die nächste Woche verschieben, um jetzt nur für meine Kunden da zu sein.

Celine Lubojanski, Geschäftsführerin vom Kunsthandwerk und Café am Stern in Neukirchen: Seit Mitte November stehen die Kunden bei uns regelmäßig Schlange, da wir nur acht Personen gleichzeitig in unser Geschäft lassen dürfen. Am meisten wurden dieses Jahr Schwibbögen, aber auch Pyramiden gekauft. Der zweite Lockdown ist aus meiner Sicht notwendig. Aber er hätte erst kurz vor Weihnachten kommen müssen. Ich befürchte, dass bis Samstag die Läden gestürmt werden, das Infektionsgeschehen nochmals steigt. Ich überlege, verlängerte Öffnungszeiten einzuführen. Sobald wir unser Geschäft schließen müssen, werde ich dann alle Weihnachtsgeschenke besorgen. Ich werde diese ausschließlich bei lokalen Händlern entweder telefonisch oder via Internet bestellen."

Marie Wehrmann, Kundin aus Neukirchen: Ein weiterer Lockdown ist absolut notwendig. Meiner Meinung nach hätte dieser schon viel eher beginnen müssen - für mehr Lockerungen zu Weihnachten. Ich habe zum Glück schon alle Weihnachtsgeschenke besorgt, deshalb werde ich die Geschäfte vorerst meiden. Da ich selbst im Home-Office arbeite und auch zum Einkaufen nicht extra losfahren möchte, habe ich viel über Internet bestellt. Sandra Herold, Kundin aus Neukirchen: Der neue Lockdown kommt zu spät. Für Geschäfte ist die Adventszeit wirklich ungünstig gewählt. Obwohl ich noch nicht alle Weihnachtsgeschenke zusammen habe, versuche ich schon seit langem, Geschäfte zu meiden. Einerseits sind mir zu viele Menschen unterwegs, andererseits fehlt mir dazu auch die Zeit, da ich selbst im Einzelhandel arbeite.

Anke Uhlig, Kundin aus Zschopau: Schon seit Jahren bestellen wir unsere Weihnachtsgeschenke in erster Linie online. Das ist einfach bequem, preisgünstig und man findet problemlos Produkte, die in Zschopau nicht zu haben sind. Das geht beim Spielzeug los. Für die Händler tut es mir natürlich leid, auch wenn ich denke, dass in den Geschäften bis Samstag noch einmal großer Andrang herrschen wird." ( anr)

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