Hakenkreuzfahne in der Erzgebirgsbahn

Handybilder zeigen einen Vorfall mit Nazi-Symbolen. Grünen-Politikerin Ulrike Kahl will das nicht unter den Tisch fallen lassen.

Aue/Lauter.

Die Hakenkreuzfahne ist über die Sitzlehne drapiert, der rechte Arm eines Mannes zum Hitlergruß erhoben. Diese Szene ist am vergangenen Samstagabend in einem Zugabteil der Erzgebirgsbahn auf der Fahrt von Aue nach Lauter offenbar von einem unbeteiligten Passagiermit einem Handy aufgenommen worden. "An Dreistigkeit ist das kaum zu überbieten", sagt Ulrike Kahl, Kreisvorsitzende der Grünen im Erzgebirge. Sie hat die Bilder zugespielt bekommen und zum Anlass für eine Anzeige genommen.

Ein Mann aus Afghanistan soll die Fotos gemacht haben. Laut Ulrike Kahl hat dieser aus Angst nicht selbst Anzeige erstattet, sondern sich an sie gewandt. "Ja, ich habe Anzeige bei der Polizei in Aue erstattet. Jeder Bürger hat das Recht dazu, wenn er Kenntnis von solchen Dingen erlangt", sagt sie. Der Mann mit der Hakenkreuzfahne soll allein unterwegs gewesen sein, im Zugabteil seien aber weitere Reisende gewesen. Der Afghane sei in Lauter ausgestiegen und wisse deshalb nicht, bis wohin der andere fuhr.

"Ich kann das einfach nicht unter den Tisch fallen lassen", sagt die Grünen-Politikerin. Sie erinnert an Vorfälle, als vor der Bundestagswahl Plakate der Grünen im Erzgebirgskreis mit Hakenkreuzen beschmiert worden seien. "Da konnte man nie etwas nachweisen."

Bei der Polizei weiß man von dem Vorfall in der Bahn. "Die Ermittlungen gegen einen bislang Unbekannten laufen wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen beim Dezernat Staatsschutz", heißt es von der Pressestelle der Polizeidirektion Chemnitz. "Sollte es weitere Zeugen geben, werden diese gebeten, sich bei der Polizei zu melden."

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