Hausbrand löst Welle der Solidarität aus

Das Haus einer Familie im Lichtensteiner Ortsteil Rödlitz ist wegen eines Brandes nicht mehr bewohnbar. Auf die Betroffenen kommt nun eine Menge Arbeit zu.

Rödlitz.

Diesen Nachmittag werden die Rödlitzer so schnell nicht vergessen. Als am Samstag gegen 15.15 Uhr über dem Mehrfamilienhaus der Familie Lindner die Rauchwolken aufstiegen, war dies bis in die Nachbarortschaften zu sehen. Es folgte ein fast achtstündiger Feuerwehreinsatz - bis spät in den Abend hinein. Selbst am Sonntag loderten immer wieder einzelne Flammenherde auf. Glück im Unglück: Ernsthaft zu Schaden kam niemand bei dem Brand.

"Es ging alles so schnell", erzählt Heiko Lindner, eines der Familienmitglieder aus dem brennenden Haus, einige Tage später der "Freien Presse". Der 53-Jährige kann sich noch daran erinnern, wie aus der mit Stroh gefüllten Scheune Rauch aufstieg. Kurze Zeit später brachen die Flammen hervor. An Löschen war nicht mehr zu denken. Heiko Lindner wollte nur seine Familie so schnell wie möglich aus dem Haus bringen. Drei Generationen lebten dort in Rödlitz unter einem Dach - die Kinder im ersten Stock, im zweiten Stock Vater Heiko und seine Frau, ganz oben die Großmutter samt Lebensgefährte. Am Tag des Brandes waren alle anwesend.

Aktuell ist noch unklar, wie das verheerende Feuer entstehen konnte. Die Brandursachenermittler sind jedoch weiterhin regelmäßig vor Ort, wie Christian Schünemann, Sprecher der zuständigen Polizeidirektion Zwickau, mitteilt. Drei Tage nach dem Brand ist Heiko Lindner mit blauem Overall und Schubkarre auf seinem Grundstück unterwegs. Es gilt, aus dem Haus zu schaffen, was nicht von den Flammen zerstört wurde. "Das komplette Haus muss wohl entkernt werden", schätzt der gelernte Schlosser. Die unter dem Dachboden liegenden Wohnräume blieben zwar weitgehend von den Flammen verschont, sind aber stark durch das von oben eindringende Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen. Eine Gebäudeversicherung habe es gegeben, aber bis alles geklärt ist, könne es noch eine Weile dauern.

Heiko Lindner zeigt sich unendlich dankbar über die Hilfsbereitschaft, die seiner Familie zuteil wurde. Freunde und Bekannte aus dem Ort waren sofort zur Stelle. "Selbst Freunde meiner Kinder, die ich nie zuvor gesehen habe", berichtet der Familienvater. Die Helfer hatten den Lindners Unterkunft zur Verfügung gestellt, ihre Sachen eingelagert oder Dinge gewaschen, die durch Ruß, Rauch und Löschwasser verdreckt waren. Dirk Hackenberger, ein guter Bekannter aus dem Ort, rief sogar bei einem Radiosender an und bat, Tiernahrung zu spenden. Auf dem Grundstück leben Hühner und Gänse, die glücklicherweise nicht zu Schaden kamen.

Heiko Lindners Arbeitgeber, die Firma Knauf Insulation in St. Egidien, spendete Kartons für die Verlagerung des Hab und Gutes der Familie. Zahlreiche Mitglieder einer lokalen Facebook-Gruppe boten ihre Hilfe an. Eine Nutzerin fragte, ob die Familie Haushaltsartikel, Möbel und andere Utensilien benötige. Über Facebook war auch Jens Steinert, CDU-Stadtrat in Lichtenstein, auf die Situation aufmerksam geworden und richtete kurzerhand ein Spendenkonto ein. Das Gleiche tat die Stadt Lichtenstein. Bürgermeister Thomas Nordheim (Freie Wähler) war am Tag des Brandes vor Ortund hatte der Familie angeboten, in städtischen Wohnungen unterzukommen, was sich aber als nicht mehr notwendig heraus- stellte.

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