Hellbrauner Wallach ziert Wand am Wohnhaus der Grunerts

Hauseigentümer im Erzgebirge lassen gern ihre Fassaden bemalen. Lüftlmalerei nennt sich diese Technik. Solch einen Blickfang gibt es auch in Meinersdorf.

Cornelia und Detlef Gruner haben an ihrem Haus in Meinersdorf ein besonderes Wandbild.

Von Petra Wötzel

Das Fassadenbild in der Meinersdorfer Bahnhofstraße ist ein Blickfang am ehemaligen kaiserlichen Postamt des Ortes. Im Mittelpunkt des zwei mal drei Meter großen Gemäldes steht der stolze, imposante Land Lord. Der sechs Jahre alte hellbraune Wallach mit dunklen Fesseln, Mähne und Schweif ist nicht irgendein Pferd. Es ist seit 2010 Cornelia Gruners eigenes Reitpferd, der Jugendtraum der Meinersdorferin, die pferdebegeistert ist. "Schon so lange ich denken kann", sagt sie.

Sie lernte Reiten, doch durch Beruf und Familie fand sie nicht immer genügend Zeit für ihr Hobby. Erst durch eine liebevoll durchdachte Geste kam sie den Vierbeinern wieder näher: Eine Freundin schenkte ihr zum Geburtstag einen Gutschein für Reitstunden. Sie ging zu Birgit Günther nach Dorfchemnitz. Die Tierfreunde kennen sich gut, im Reiterhof ist Cornelia Gruner in ihrer Freizeit oft gewesen. Die Reitstallbesitzerin wusste, dass die Meinersdorferin gerne auf großen Pferden reitet. Und so fanden sie gemeinsam in dem eleganten deutschen Sportpferd Land Lord den idealen, tierischen Gefährten. "Dass er einmal sogar mein Haus zieren würde, daran dachte ich damals aber noch nicht", so Cornelia Gruner. Zwei- bis dreimal pro Woche beschäftigt sie sich mit ihrem Land Lord, reitet ihn aus, füttert und pflegt ihren Liebling, der im Reiterhof Günther untergebracht ist.

Und wie kam das Pferd an die Fassade? Die freie Wand an dem schmalen, ehemaligen Holzschuppen und späteren massiven Anbau an ihrem um 1900 gebauten Wohnhaus fand Cornelia Gruner schon lange nicht so recht attraktiv. Verschiedene Begrünungen brachten nicht den gewünschten Erfolg. Mit ihrem Mann Detlef suchte sie nach einer dauerhaften, vor allem ansprechenden Lösung. Die zündende Idee kam ihr in Thalheim. Sie sah ein Fassadenbild und wusste: Das ist es. Dass darauf ihr geliebter Vierbeiner zu sehen sein soll, war ihr gleich erster Gedanke. Sie kontaktierte Lüftlmaler Matthias Nestler aus Geyer, der sich gerne bereit erklärte, das Projekt zu verwirklichen. "Für mich war mein Pferd im Vordergrund das Wichtigste. Außerdem wollte ich keinen korrekt eckigen Rahmen, sondern fließende Übergänge als Umrandung. Für ein harmonisches Gesamtbild mit Naturszenen vertraute ich den gestalterischen Erfahrungen des Künstlers", erzählt die Sachbearbeiterin im Landratsamt.

Um ein optimales Motiv zu finden, fand im Pferdestall ein Fotoshooting mit Land Lord statt. Als ob man ein Model malen würde, ging es um vorteilhafte, aber auch natürliche Posen, um Mimik und Gangart. Nachdem Cornelia Gruner sich für eins der zahlreichen Bilder entschieden hatte, entstanden Skizzen, die der Maler mit der Auftraggeberin abstimmte.

Bevor die Arbeit dann beginnen konnte, musste ein Gerüst aufgebaut und auf die Wand ein Spezialputz aufgetragen werden. Im Frühjahr 2016 malte Matthias Nestler das Fassadenbild in hellen, unaufdringlichen Farben direkt an die Wand. "Es ist wirklich wunderschön geworden. Wie ich es mir vorgestellt habe - Bäume, Kühe im Hintergrund und ein vorwitziges Eichhörnchen runden die Szenerie ab. Viele Spaziergänger haben sich schon daran erfreut", so Cornelia Gruner.

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