Hoheneck: Teilabriss ist beschlossene Sache

In einer Sondersitzung hat der Stollberger Stadtrat die nächsten Schritte für das ehemaligen Frauengefängnis Hoheneck festgelegt. Mittlerweile liegen die kalkulierten Kosten für das Gesamtvorhaben bei mehr als 11 Millionen Euro.

Stollberg.

Am Areal Stalburc/Hoheneck rücken demnächst die Abrissbagger an. Der Stollberger Stadtrat hat einstimmig entschieden, einen Großteil der ehemaligen Krankenstation der einstigen Gefängnisanlage abzureißen. Im westlichen Teil dieses Gebäudes, das sich vom Innenhof aus gesehen hinter dem Flügel mit der Phänomenia befindet, waren bereits die Decken eingebrochen. Der östliche Teil, die alte Wäscherei, bleibt erhalten, soll denkmalschutzgemäß saniert werden. Dort ist ein Gesundheits- und Sportzentrum vorgesehen.

Aufgrund von Angebotsfristen trat der Stadtrat in der vergangenen Woche trotz der Corona-Pandemie zu einer Sondersitzung zusammen. Der Auftrag für den Abriss, der im April und Mai erfolgen soll, über knapp 160.000 Euro ging an ein Unternehmen aus dem Vogtland. Auf dem frei werdenden Stück ist, wenn dafür Fördermittel fließen, ein Lehrschwimmbecken geplant, wie Thomas Jubelt, Leiter der Abteilung Bauausführung im Rathaus, erläutert. Dazwischen soll ein kleiner Neubau mit Eingangsbereich, Umkleiden und Technikräumen entstehen.

Unterdessen geht die Stadt davon aus, dass die Sanierung und Umnutzung der ehemaligen Justizvollzugsanstalt Hoheneck zu einer Kultur- und Bildungsstätte insgesamt 11,1 Millionen Euro kosten wird. Zuletzt hatte die Stadt, die das Areal 2013 kaufte, mit 10,4 Millionen Euro gerechnet. Das ist ein Anstieg um sieben Prozent, wobei die Kosten nicht zum ersten Mal nach oben korrigiert werden mussten. Es wird damit gerechnet, dass der Freistaat bei den Fördermitteln entsprechend nachjustiert. Der Abriss der alten Krankenstation zum Beispiel wird zu 80 Prozent gefördert. Durch die Bauverwaltung seien bereits entsprechende Aufstockungsanträge bei der Sächsischen Aufbaubank gestellt worden. Allein in den Haushaltsjahren 2019/20 plant die Stadt Ausgaben in Höhe von insgesamt 6,1 Millionen Euro.

Ebenfalls einstimmig beschlossen hat der Stadtrat eine Maßnahme für den Westflügel. Dort zieht das Theaterpädagogische Zentrum des Erzgebirgskreises ein. "Die alte Dachkonstruktion im Westflügel besteht im Saalbereich nicht nur aus Holz", erläutert Jubel. Es seien außerdem neun Stahlsparren vorhanden. Diese Eisenteile werden gereinigt, entrostet und durch Sandstrahlen von Altanstrich befreit. Danach erfolgt die Neubeschichtung mit geeignetem Korrosionsschutzmaterial." Der Auftrag über gut 104.000 Euro ging an eine Firma aus Reichenbach. Zusätzlich ist noch ein Stahlrahmen vorgesehen, der die neuen Lasten aus dem Theaterausbau tragen soll, so Jubelt weiter.


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