Hoheneck: Warten auf die Entscheidung aus Berlin

Der Antrag für die Errichtung der Dauerausstellung für die Gedenkstätte ist eingereicht. Nun ist Geduld gefragt.

Stollberg.

Der nächste Schritt auf dem Weg zur Gedenkstätte Frauenzuchthaus Hoheneck ist gegangen. Der Antrag auf Förderung der Ersteinrichtung ist beim Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst eingereicht. Dieses muss den Antrag bis zum 31. August an den Bund zur Beauftragten für Kultur und Medien weitergeleitet haben. "Ich guter Dinge", sagt Bianca Eichhorn, Objektleiterin für das Areal Stalburc/Hoheneck bei der Stadtverwaltung Stollberg. "Aus Dresden habe ich nur einige kleine Rückfragen erhalten." Positive Signale habe sie zudem vom Landesbeauftragten, den Stiftungen und den Opferverbänden erhalten. "Alle haben unser Konzept für gut befunden", sagt Eichhorn.

Stollberg entwickelt seit einigen Jahren das ehemalige Frauenzuchthaus Hoheneck zu einem Kultur- und Begegnungsort weiter. Neben der geplanten Gedenkstätte mit Dauerausstellung und einem authentisch erhaltenen Zellentrakt, entsteht dort auch der neue Standort des Theaterpädagogischen Zentrums. Die traditionsreiche Einrichtung des Erzgebirgskreises betreibt ein Kindertheater. Die interaktive Wissenschaftsschau Phänomenia ist bereits eingezogen. Eine weitere Ausstellung, ein Schwimmbad mit Rehasportzentrum und ein Tagungsort mit Übernachtungsmöglichkeiten sind ebenfalls am Standort geplant. Die Kosten für den kompletten Umbau werden auf über zehn Millionen Euro taxiert. 8,9 Millionen Euro davon sind förderfähig. Der Stollberger Eigenanteil beträgt aktuell rund 2,5 Millionen Euro.


Bianca Eichhorn hofft noch in diesem Jahr auf grünes Licht aus Berlin. Bis dahin ist Geduld gefragt. Allerdings gibt es genug rund um die geplante Gedenkstätte zu tun. Die für das nächste Jahr geplanten größeren Veranstaltungen müssen vorbereitet werden. So ist im Mai ein Frauenkongress in Stollberg geplant. Dieser richtet sich an Frauen, die - nicht nur in Hoheneck - Repressionen erlitten haben. "Details zum Programm müssen noch erarbeitet werden", sagt Eichhorn. Darüber hinaus wird es zwei Begegnungstreffen für ehemalige Hoheneckerinnen geben. Diese sind für Juni und September geplant. Im September 2020 wird das Treffen unter dem Motto "70 Jahre Hoheneck" stehen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...