Hohndorf darf Fördermittel für Hausabriss nicht weiterreichen

Der Plan, dass die Eigentümer den Abriss des Hauses an der Hauptstraße 46 selbst übernehmen, ist nicht aufgegangen. Nun muss die Gemeinde selbst zur Tat schreiten, will sie den Schandfleck loswerden.

Hohndorf.

Ende vergangenen Jahres war die Herangehensweise im Fall des stark baufälligen früheren Wohn- und Geschäftshauses an der Hohndorfer Hauptstraße 46 noch klar: Die Gemeinde wollte über das Förderprogramm Brachflächenrevitalisierung Zuschüsse beantragen und diese an die Eigentümergemeinschaft weiterleiten, damit diese den Abriss des Gebäudes beauftragt. Das war so vereinbart worden, nachdem zwei der insgesamt vier Eigentümer, die allesamt im Nürnberger Raum leben, an einem Vor-Ort-Termin teilgenommen und erkannt hatten, in welch desolatem Zustand sich ihr Haus befindet. Aber wie Hohndorfs Bürgermeister jetzt auf der Sitzung des Gemeinderates sagte, hat eine inzwischen in Kraft getretene neue Regelung in der Förderrichtlinie diesen Plan nun zunichte gemacht: Die Kommune darf Fördermittel aus der Brachflächenrevitalisierung nicht mehr an private Dritte weiterleiten. Will Hohndorf den Schandfleck nun endlich aus dem Ortsbild bekommen, muss die Gemeinde selbst aktiv werden.

Und das wird sie auch tun, der Gemeinderat hat dafür per Beschluss den Weg geebnet. Denn der Zustand des an der Ortsdurchfahrt gelegenen Gebäudes ist desolat, was man von der Hauptstraße aus allerdings nicht unbedingt vermutet. Aber der hofseitige Dachstuhl sowie alle hinteren Geschossdecken sind bereits eingestürzt, wie Vertreter der Bauaufsichtsbehörde festgestellt haben. Regen dringt ins Gebäude ein und verschlechtert die Bausubstanz weiter. Der Toilettenanbau hat starke Risse, es werden herabstürzende Gebäudeteile befürchtet.

Laut Ratsbeschluss wird die Kommune nun das Gebäude samt Grundstück unentgeltlich übernehmen, die Eigentümer haben dem inzwischen auch zugestimmt. Sie haben laut Bürgermeister Matthias Groschwitz auch schon eine wichtige Voraussetzung geklärt: Sie holten die denkmalschutzrechtliche Genehmigung für einen Abriss ein.

Rund 60.000 Euro werden an Kosten für den Abriss des um das Jahr 1900 errichteten Hauses erwartet. Diese Zahl hatte Groschwitz Anfang 2020 genannt. Das Geld ist inzwischen im Haushaltsplan für 2020 eingestellt. Um Fördermittel dafür akquirieren zu können, hatte der Gemeinderat das Gebäude in ein bereits Anfang 2016 beschlossenes Abriss-Konzept aufgenommen. Auf gleiche Weise war der Abriss der alten Zimmermannfabrik oder der Häuser an der Hauptstraße 34 und 36 finanziert worden.

Der Fördersatz beträgt 90 Prozent, allerdings geht mit dem Zuschuss eine zehnjährige Zweckbindungsfrist einher: So lange darf das Grundstück nicht bebaut werden. Bürgermeister Groschwitz ist sich allerdings sicher, das Grundstück nach Ablauf dieser Frist verkaufen zu können.

Auch der Abriss des Gebäudes an der Rödlitzer Straße 45 - das ist die frühere Schmiede - ist für dieses Jahr vorgesehen, das Geld dafür ebenfalls im Haushalt eingeplant. Dieser Abriss war lange an einer ungeklärten Erbfolge und dreier im Grundbuch eingetragener Hypotheken gescheitert. Aber letztendlich war es zur Einigung gekommen, dass die Gemeinde das Haus erwirbt und es dann ebenfalls mithilfe von Fördermitteln abreißt. Der Grunderwerb soll zu einem Preis von 1450 Euro erfolgen - damit werden die Alteigentümer entschädigt beziehungsweise die drei bestehenden Hypotheken abgelöst.


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