Hundekäufer bekommt 10.000 Euro

Gericht fällt Urteil im Rottweiler-Prozess

Stollberg/Chemnitz.

Ein Mann aus dem Altkreis Stollberg, der im Juli 2018 einem ahnungslosen Glauchauer einen gefährlichen Rottweiler verkauft hat, muss an diesen 10.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Ebenso soll der Beklagte den Verkaufspreis für den Hund von 350 Euro sowie knapp 6700 Euro an Kosten - etwa für Arznei, Verdienstausfall und Rettungswagenkosten - erstatten. Das hat das Landgericht Chemnitz jetzt in einem Zivilverfahren angeordnet.

Der Verkäufer hatte, so das Amtsgericht Stollberg in einem Strafverfahren, dem Käufer die Gefährlichkeit des Tieres verschwiegen. So habe der Rottweiler etwa ein Kind gebissen. Bereits wenige Stunden nach dem Kauf griff der Hund schließlich auch seinen neuen Besitzer in dessen Glauchauer Wohnung an, biss ihn mehrfach. Erst um Hilfe gerufene Feuerwehrleute konnten den Mann retten. Wegen dieses Vorfalls wurde der Verkäufer vom Amtsgericht Stollberg bereits zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt. Parallel dazu lief noch das Zivilverfahren am Landgericht.

Darin ist die Richterin nicht vollumfänglich den Forderungen des Glauchauer Klägers gefolgt. Dieser hatte ein Schmerzensgeld von 13.000 Euro gefordert. Begründung: Sein linker Zeigefinger ist ab. Auch ein Teil des Mittelfingers fehlt - und seine Hand kann der Mann nur noch schwer bewegen. ( joe)

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